Steuern

Zürcher machen grosse Augen: Stadt berechnet Zahlungsempfehlung falsch

Systemwechsel bei der Berechnung der Zahlungsempfehlung führt zu Zustellungen falscher provisorischer Rechnungen.

Systemwechsel bei der Berechnung der Zahlungsempfehlung führt zu Zustellungen falscher provisorischer Rechnungen.

Einige hundert Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in der Stadt Zürich haben Steuerrechnungen mit realitätsfremden Beträgen erhalten. Informiert wurden die Betroffenen vom Steueramt bisher noch nicht.

Rund 500 Steuerzahler hätten im Februar Zahlungsempfehlungen mit zu hohen Beträgen erhalten, bestätigte Patrick Pons, Sprecher des Finanzdepartements, am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Neuen Züricher Zeitung". Die Betroffenen erhielten im April eine neue Rechnung mit der richtigen Einschätzung und dem Hinweis, dass diese die erste Zahlungsempfehlung ersetze.

Betroffen waren ausschliesslich Steuerpflichtige mit "unterjähriger Steuerpflicht". Dazu gehören etwa Personen, die im Verlaufe des vergangenen Jahres den Partner verloren haben oder Ausländer, die zuvor quellenbesteuert worden waren und für einen Teil des letzten Jahres erstmals eine Steuererklärung ausfüllen mussten.

Zurückgeführt wird der Fehler auf einen Systemwechsel bei der Berechnung der Zahlungsempfehlung. Um bei der Einschätzung näher an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen zu sein, wurde erstmals voll auf die Steuererklärung als Grundlage abgestellt.

Bisher bildete vor allem die letzte Steuerrechnung die Grundlage für die Einschätzung. Offenbar habe das neue System die Angabe des Nettolohnes, der in den wenigen Monaten verdient wurde, auf das ganze Jahr hochgerechnet, sagte Pons. Im Extremfall entsprach die Einschätzung dem gesamten Jahresgehalt.

Entdeckt wurde der Fehler, nachdem Steuerzahler sich über ihre viel zu hohe provisorische Rechnung beschwert hatten. Schaden ist durch die falsche Einschätzung nicht entstanden, da es sich um eine Zahlungsempfehlung und nicht um die Schlussrechnung handle. Sollte jemand die zu hohen Steuern bereits bezahlt haben, erhält er oder sie die Differenz zurückbezahlt, wie Pons sagte.

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