Lediglich 14 Kantonsrätinnen und Kantonsräte sprachen sich für die Parlamentarische Initiative der AL aus. Für eine vorläufige Unterstützung wären 60 der 180 möglichen Stimmen notwendig gewesen.

Mit Frauenquoten würden Frauen nicht gefördert, kritisierte Anita Borer (SVP, Uster). Werde eine Frau wegen der Quote ausgewählt, nütze das der Frau nichts und benachteilige den Mann.

Quoten - und damit Zwänge - seien nicht der richtige Weg, sagte auch Sonja Rueff (FDP, Zürich). Es brauche drei Dinge: Eine Frau, die in die Politik will, eine Partei, die sie aufstellt, und Wähler, die sie wählen. Dafür müssten die Rahmenbedingungen stimmen.

Garantierte Ausgewogenheit gesuchtDie AL hatte angeregt, dass in der Kantonsverfassung verbindliche Geschlechterquoten festgelegt werden: So sollten im Kantonsrat Männer und Frauen je mindestens 40 Prozent der Sitze halten. Der Frauenanteil liegt derzeit bei 33,1 Prozent. Dieselbe Quote sollte auch an den obersten Gerichten gelten.

Für die siebenköpfige Regierung verlangte die AL, dass beide Geschlechter mindestens drei Vertreter stellen. Aktuell wird dies - mit drei Regierungsrätinnen und vier Regierungsräten - auch ohne gesetzliche Verankerung erreicht.

Dieser wünschenswerte Zustand einer ausgewogenen Geschlechterverteilung im Regierungsrat sei aber kein garantierter Zustand, sondern "ein politischer Glücksfall zugunsten der Frauen", hielt die AL fest.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass wirtschaftliche Leitungsgremien mit angemessener Frauenvertretung im Schnitt eine bessere Entscheidungsqualität liefern. In anderen Bereichen sei dies ähnlich, glaubt die AL: In Gremien mit höherer Beteiligung von Frauen seien die Entscheide "oft kreativer, offener, rationaler, nachhaltiger und weitsichtiger".

Trotz Ablehnung gewisse Unterstützung

Die Initiative der AL ist nun vom Tisch. Aber auch wenn sie nur äusserst wenige unterstützende Stimmen auf sich vereinigen konnte, gab es in mehreren Voten zumindest moralischen Support.

Das Anliegen des Vorstosses sei berechtigt, sagte etwa Sonja Gehrig (GLP, Urdorf). Doch sei die vorgeschlagene Quote zu starr, und wegen des intransparenten Wahlsystems demokratisch heikel. Dürften etwa nur Frauen in den Kantonsrat nachrücken, auch wenn Männer bei der vorgängigen Wahl mehr Stimmen erhalten hätten, fragte sie rhetorisch.

Auch die SP sprach sich deshalb grossmehrheitlich gegen die Quote in dieser Form aus: Mit ihr würde in gewählte Gremien eingegriffen, kritisierte Céline Widmer (SP, Zürich). Sie verwies auf andere Möglichkeiten - etwa die von der SP lancierte Forderung, dass zumindest auf den dem Stimmvolk vorgelegten Wahllisten gleich viele Kandidatinnen wie Kandidaten aufgeführt sein müssten.