Die Erbschaftssteuer sei «liberal, einfach und gerecht», sagte Ralf Margreiter (Grüne, Zürich). Erben sei keine Leistung. Die Erbschaft sei ein Geschenk wie ein Sechser im Lotto. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit werde damit erhöht, ohne dafür eine Leistung erbringen zu müssen.

Seit der Abschaffung der Erbschaftssteuer gingen dem Fiskus allein im Kanton Zürich jährlich mehrere Millionen Franken verloren. Um den Steuerwettbewerb auszubremsen, brauche es eine nationale Lösung, forderte Margreiter.

Den Grünen schwebt dabei ein Steuersatz von 25 Prozent vor - allerdings nur für Erbschaften, die eine Million Franken übersteigen. Geringere Beträge sowie Ehepartner sollen von der Steuer befreit werden. Einen Viertel der Steuereinnahmen wollen sie den Kantonen zur Verfügung stellen. Der übrige Ertrag soll in die AHV fliessen.

FDP und SVP vehement dagegen

Unterstützung erhielten die Grünen von SP und überraschend auch von den Grünliberalen. Thoms Wirth (GLP, Hombrechtikon) machte allerdings klar, dass die Fraktion zwar für eine vorläufige Unterstützung sei, die Einreichung der Standesinitiative aber ablehnen werde.

Harsche Kritik ernteten die Grünen von FDP und SVP. Mit liberal habe eine Erbschaftssteuer rein gar nicht nichts zu tun, sagte Hans- Peter Portmann (FDP, Zürich). «Wir wehren uns gegen die ständigen Versuche, die Steuerbelastung zu erhöhen und das Steuersubstrat zwei- oder dreifach zu besteuern.» Leistung werde damit bestraft.

Susanne Brunner (SVP, Zürich) warf den Grünen Wahlkampf vor. Diese etablierten sich mit ihrem Anliegen als «Etatisten und antiföderale Kraft». Hans Egloff (SVP, Aesch) wies darauf hin, dass die Abschaffung der Erbschaftssteuer dem Kanton Zürich auch Standortvorteile gebracht habe.

In der Abstimmung votierten 68 Ratsmitglieder für die parlamentarische Initiative. Das notwendige Quoruum von 60 Stimmen für die vorläufige Unterstützung wurde damit erreicht.