Der Kantonsrat hat ein entsprechendes Postulat von SP, FDP und CVP am Montagnachmittag mit 91 zu 70 Stimmen an den Regierungsrat überwiesen. "Wir stehen vor einem ungelösten Verkehrsproblem", hatte Jonas Erni (SP, Wädenswil) den Vorstoss begründet.

Denn das Hochschulquartier mit seinen Institutionen ETH, Universität und Universitätsspital werde in den kommenden Jahrzehnten stetig wachsen und sei damit auf eine bessere Erschliessung angewiesen.

Die Vorteile einer Seilbahn, die den Hauptbahnhof mit dem Hochschulquartier verbinden würde, seien vielfältig und lägen auf der Hand, meinte Erni. Insgesamt sei eine Seilbahn "sauberer, billiger und schneller", sie wäre auch zügig zu realisieren.

Wenig Verständnis für diese Pläne zeigten die Grünen: Verkehrsprobleme seien vielschichtiger, sagte Gabri Petri (Zürich) sinngemäss. "Sandkasten- oder Legospiele reichen nicht aus." Es bestehe kein Bedarf für eine Seilbahn, glaubte auch Pierre Dalcher (SVP, Schlieren). Zudem seien die Unwägbarkeiten enorm, wie die langjährigen Planungen der Zoo-Seilbahn zeigen würden.

Die Seilbahn sei eine innovative Idee, die nun zumindest einmal geprüft werden soll, meinte hingegen Olivier Hofmann (FDP, Hausen am Albis). Auch die EVP sprach sich deshalb für den Vorstoss aus, auch wenn sie dessen Realisierbarkeit im innerstädtischen Bereich als sehr klein einstufte, wie Daniel Sommer (Affoltern am Albis) ausführte.

Mit der Überweisung des Postulates wird der Regierungsrat nun innert zwei Jahren einen Bericht vorlegen: Gemäss Auftrag muss er darin aufzeigen, ob eine Seilbahn ins Hochschulquartier sinnvoll und kostengünstig wäre. Gegebenenfalls sollen dann eine entsprechende Richtplanteilrevision sowie das notwendige Plangenehmigungsverfahren veranlasst werden.

Die Stadt Zürich prüft ebenfalls seit Jahren Möglichkeiten, wie sich das Hochschulquartier besser mit HB, Central und Stadelhofen verbinden liesse. Als Vision hatte Tiefbauvorstand Filippo Leutenegger (FDP) auch schon mal Rolltreppen anstelle der Polybahn ins Spiel gebracht.