"Solche Standards verursachen zu hohe Kosten" sagte Roland Scheck (SVP, Zürich). "Wir fordern deshalb einen generellen Verzicht auf höhere Baustandards als Minergie bei öffentlichen Bauten." Zudem müsse bei allen Neu- und Umbauten geprüft werden, ob der Standard Minergie wirtschaftlich und verhältnismässig sei.

Damit Gebäude zertifiziert werden könnten, brauche es in der Regel zudem zusätzliche Photovoltaikanlagen, hielten die Postulanten fest. "Der Betrieb solcher Anlagen ist aber sicher keine kantonale Aufgabe", betonte Scheck.

Teure Schulbauten

Das Postulat wurde schliesslich mit 86 zu 85 Stimmen äusserst knapp überwiesen. Neben der SVP sprachen sich auch FDP und EDU dafür aus. Die Befürworter kritisierten zudem, dass durch diese Standards kantonale Bauten - etwa Schulhäuser - oft zu den teuersten Projekten im Kanton würden.

Die FDP störte sich vor allem daran, dass die Baustandards von kantonalen Hochbauten aufgrund eines Beschlusses der Geschäftsleitung des Kantonsrates "nach oben angepasst wurden - ohne Mitsprache des Parlaments", wie Antoine Berger (Kilchberg) sagte.

Der betreffende Beschluss "Nachhaltigkeit im Hochbau" aus dem Jahr 2013 formuliert, was der Kanton Zürich als Eigentümer, Bauherr und Bewirtschafter unter nachhaltigem Bauen versteht. Er ist auch der Nachhaltigkeits-Massstab für alle Bau-Beteiligten und ist Teil der Legislaturziele des Regierungsrats.

Missachtung des Volkswillens

Die GLP bezeichnete den Vorstoss als eine "Missachtung des Volkswillens". Denn mit der Energiestrategie 2050 habe sich das Volk gerade für solche Massnahmen ausgesprochen. Zudem würde ein Verzicht auf solche Standards vielleicht zwar tiefere Investitionskosten bedeuten, dafür erhöhten sich dadurch die Unterhaltskosten.

Die CVP kritisierte derweil, dass das Postulat hinter das geltende Recht zurückgehe. Der Kanton müsse seine Vorbildfunktion behalten, sagte der Sprecher. "Wir lehnen eine Lockerung oder Abkehr klar ab." SP und Grüne zeigten sich geradezu entsetzt von der Forderung.