Die aktuellen Berufsvorbereitungsjahre seien in einer Zeit entwickelt worden, als die Lehrstellen noch knapp waren, begründete die FDP ihren Vorstoss. Zwischenzeitlich habe sich die Situation aber umgekehrt und viele Lehrstellen könnten nicht besetzt werden. Die FDP forderte deshalb eine "Überprüfung" des Angebots.

Die Brückenangebote sollten keinesfalls dafür genutzt werden, die Schulzeit zu verlängern, einfach weil man sich nicht für einen Beruf entscheiden konnte, sagte FDP-Kantonsrat Dieter Kläy (Winterthur).

Oft hätten diese Schüler Bildungslücken und mangelhafte Kenntnisse in Deutsch, sagte SVP-Kantonsrat Rochus Burtscher (Dietikon). Es gebe aber auch ein gesellschaftliches Problem, nämlich die immer frühere Einschulung. Junge Menschen müssten sich heute schon sehr früh für einen Beruf entscheiden, was vielen schwer falle.

Zulassungsbeschränkung eingeführt

Das Postulat wurde dennoch abgeschrieben - in erster Linie, weil die Bildungsdirektion in der Zwischenzeit selber tätig wurde, um das Angebot leicht zu straffen. Neu gibt es eine Zulassungsbeschränkung.

Ins 10. Schuljahr können nur noch die Schülerinnen und Schüler, die noch nicht reif oder fähig genug sind, eine Lehre anzutreten oder die bereits erfolglos eine Lehrstelle gesucht haben. Jene, die sich einfach noch nicht entscheiden konnten, erhalten keinen Platz mehr.

Weiter wurde der Berufswahl-Unterricht in der Volksschule verbessert. Dies führte dazu, dass die Schülerzahlen leicht nach unten gingen und die Kosten gesenkt werden konnten.

Zudem gibt es mittlerweile mehr Schülerinnen und Schüler, die über eine Attestlehre den Weg zu einer Lehrstelle finden, was die Schülerzahlen ebenfalls reduziert. Bei der Attestlehre handelt es sich um eine zweijährige berufliche Grundausbildung, die sich vor allem an schwächere Schüler richtet.