An der steuerlichen Situation der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, die ursprünglich von Bruno Stefainin gegründet wurde, hat sich im Zürcher Kantonsrat eine Diskussion entzündet.

Auslöser der Kritik war eine Interpellation von Grünen und SP, die von der Regierung wissen wollten, weshalb die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) keine Steuern zahlen muss - Steuern, die im finanziell angeschlagenen Winterthur seit Jahren wohl hoch willkommen wären.

Die Antwort, dass es sich bei Stefaninis Stiftung um eine gemeinnützige Stiftung handle, befriedigte die Interpellanten allerdings nicht. "Wo hier der gemeinnützige Zweck ist, verbirgt sich mir", sagte Kantonsrätin Mattea Meyer (SP, Winterthur).

Für SP und Grüne eindeutig ein Steuerschlupfloch

Die Stiftung sei millionenschwer, besitze Tausende von Kunstwerken und vermiete Liegenschaften. "Man muss schon sehr aktiv wegschauen, um nicht zu erkennen, dass es sich bei der SKKG um ein Stuerschlupfloch handelt", sagte Meyer weiter.

Der Grüne Martin Neukom, ebenfalls aus Winterthur, fügte an, dass die Werke ja vor sich hinrotten würden, statt ausgestellt zu werden. Auch er ist der Meinung, dass Stefanini die Stiftung ausschliesslich zur Steuervermeidung gegründet habe. "Wir müssen endlich alle diese Schlupflöcher stopfen", forderte er.

CVP: Immerhin günstige Wohnungen

Nicht ganz dieser Meinung war CVP-Kantonsrat Franco Albanese, ebenfalls aus Winterthur. Er verstehe die Empörung nur teilweise. Stefanini sei schliesslich einer der wenigen, der in Winterthur noch günstigen Wohnraum zur Verfügung stelle.

Ob die Kritik an Stefaninis Stiftung Folgen hat, ist unklar. Das kantonale Steueramt kann zwar bei entsprechenden Hinweisen eine Überprüfung der Steuerbefreiung vornehmen.

Ob im Fall Stefanini eine Überprüfung geplant oder durchgeführt wird, untersteht aber dem Steuergeheimnis. Die Finanzdirektion nimmt deswegen keine Stellung. Die SKKG ist seit 2012 im Verzeichnis der steuerbefreiten juristischen Personen aufgeführt.