Zürich

Zürcher Kantonsrat kämpft gegen Schliessung von ZVV-Schaltern

Ticketautomat statt Schalter: Die ZVV-Verkaufsstellen Schwamendinger- und Goldbrunnenplatz wurden in den letzten Monaten geschlossen. (Symbolbild)

Ticketautomat statt Schalter: Die ZVV-Verkaufsstellen Schwamendinger- und Goldbrunnenplatz wurden in den letzten Monaten geschlossen. (Symbolbild)

Der Zürcher Kantonsrat kämpft gegen die Schliessung zweier ZVV-Verkaufsstellen in Zürich. Damit stellt sich der Rat gegen die von ihm selbst verabschiedete Vertriebsstrategie des Zürcher Verkehrsverbundes.

Der Kantonsrat hat am Montag mit 114 zu 51 Stimmen ein entsprechendes Postulat von SP, CVP und SVP überwiesen. Dieses fordert von der Regierung, sich dafür einzusetzen, dass die ZVV-Verkaufsstellen Schwamendinger- und Goldbrunnenplatz weiter betrieben werden.

Das Postulat war im März 2018 eingereicht worden. In der Zwischenzeit wurden die Verkaufsstellen geschlossen. Das Anliegen wurde im Rat dennoch ausführlich und engagiert diskutiert.

Gegen das Postulat stimmten FDP, GLP und EVP. Sie betonten, dass die Schliessungen der ZVV-Strategie folgten, welche der Rat bewilligt und verabschiedet habe. Und wie es in dieser Strategie vorgesehen sei, könne jeder Stadtbewohner weiterhin eine Verkaufsstelle innert 20 Minuten erreichen.

"Die politische Diskussion des Themas fand damals statt", unterstrich die GLP. Der Rat solle nun nicht über jede einzelne Verkaufsstelle diskutieren.

Auch Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) stellte sich gegen das Postulat. Trotz der beiden Schliessungen sei die Stadt Zürich im Vergleich zum Rest des Kantons ausserordentlich gut versorgt mit ZVV-Schaltern. In Tat und Wahrheit halte der Verkehrsverbund gegen die landesweite Welle von Schalterschliessungen an und schliesse verhältnismässig wenige Verkaufsstellen.

"Abbau unverständlich"

SVP, CVP, SP, die Grünen und die Alternative Liste liessen sich von den Argumenten nicht überzeugen. Es gehe ja noch an, 20 Minuten zu einem ZVV-Schalter zu reisen. Aber danach noch eine halbe Stunde anstehen zu müssen, sei nicht akzeptabel, ärgerte sich die CVP.

Der Abbau sei angesichts der bevölkerungsmässigen Grösse der betroffenen Einzugsgebiete unverständlich, erklärte die SP. Noch seien das E-Ticketing nicht für alle Alltag und bediente Schalter ein breites Bedürfnis.

Verkaufsstellen würden nicht nur von älteren Menschen besucht, sondern von allen Altersschichten, wusste die SVP. Wer Beratung wolle, hole sich diese bei Menschen.

"Für komplizierte Tickets geht man an den Schalter", tönte es von den Grünen. Angesichts der Schliessungen entstehe der Eindruck, der ZVV wolle sich die Kunden vom Leibe halten.

Schliesslich setzte sich die Allianz quer durch das Parteispektrum klar durch. Die Regierung wurde beauftragt, sich beim ZVV für die beiden Verkaufsstellen "einzusetzen". Was das konkret heisst und was es bewirkt, bleibt abzuwarten.

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