Eine Parlamentarische Initiative von AL, EVP und EDU wurde am Montag mit 117 Stimmen vorläufig unterstützt. Nur die SVP wollte nichts wissen von einer Neuregelung.

Bei den letzten Nationalratswahlen erhielten die Stimmberechtigten 35 Listen zugestellt, aus denen sie auswählen konnten. Die Listennummern 1 bis 8 wurden jenen Parteien zugeteilt, die bereits im Nationalrat vertreten waren und zwar in der Reihenfolge ihrer Wählerstärke. Die Plätze 9 bis 35 wurden unter den übrigen Listen ausgelost.

Man habe lange blättern müssen, bis man zur AL-Liste gekommen sei, sagte AL-Sprecher Markus Bischoff (Zürich). Dieser Platz mitten unter Listen wie "Anti-Powerpoint-Partei" und "DU - Die Unpolitischen" sei nicht unbedingt attraktiv. Bischoff wünscht sich mehr Wahlgerechtigkeit. Diese könne mit einer "Drei-Klassen-Gesellschaft" erreicht werden.

Neu soll es drei Gruppen geben. Wie bisher erhalten die bereits vertretenen Parteien die ersten Plätze. Danach folgen jene Parteien, die bereits bei den letzten Wahlen kandidierten, und zwar in der Reihenfolge ihrer damaligen Stimmenzahl. Die letzten Plätze sollen schliesslich laut Mitinitiant Erich Vontobel (EDU, Bubikon) die "politischen Eintagsfliegen und Selbstdarsteller" per Losentscheid erhalten.

Nicht die zugelosten Listennummern sondern die grosse Zahl der "Freak- und Jux-Parteien" seien das Problem, sagte SVP-Sprecher Tumasch Mischol (Hombrechtikon). Wenn schon müsse die Hürde für diese Listen erhöht werden.

Alle übrigen Fraktionen sprachen sich für den dreiteiligen Verteilschlüssel aus, der als fairer bezeichnet wurde. Das System korrigiere einen vermeidbaren Schönheitsfehler, sagte etwa Daniel Sommer (EVP, Affoltern am Albis).