Ziel ist, den logistischen Aufwand effizienter zu gestalten und so den Stadtverkehr zu entlasten.

Kernstück der Innovation soll eine IT-basierte Kooperationsplattform bilden, die den Logistikdienstleistern eine Zusammenarbeit bei der Distribution und Tourenplanung ermöglicht, wie die ZHAW am Mittwoch mitteilte. Der logistische Aufwand lasse sich so effizienter gestalten.

In der Praxis könnte das bedeuten, dass eine auswärtige Firma ihre Waren nur noch bis an die Stadtgrenze liefert und von dort die Feinverteilung mit stadttauglicheren Fahrzeugen wie Elektomobilen oder Lastenvelos erfolgt. Damit könnte laut ZHAW nicht nur der Stadtverkehr entlastet, sondern auch die Umweltbelastung reduziert werden.

Hinter dem Projekt steht die Annahme, dass in den nächsten Jahren die Güterflüsse weiter zunehmen und damit auch die Zahl der Fahrten in die Zentren ansteigen wird. Weil die Strassen in Stosszeiten bereits heute überlastet sind, stecken Zulieferer oft im Stau und die Waren treffen verspätet bei den Kunden ein.

Die ZHAW will deshalb mittels eines Optimierungsmodells ermitteln, wie sich effizientere Logistiklösungen auf Verkehr, Kosten, Zeit und Umwelt auswirken. "Wir untersuchen unter anderem, welchen Effekt die Bündelung von Sendungen verschiedener Logistikdienstleister oder der Einsatz von alternativen Fahrzeugen haben", wird Helene Schmelzer vom ZHAW-Institut für nachhaltige Entwicklung in der Mitteilung zitiert.
Versuch mit verschiedenen Partnern

Nach einem bereits abgeschlossenen Vorprojekt will die ZHAW in ein einem zweiten Schritt in den nächsten zwei Jahren ein ökonomisch und ökologisch effizientes Konzept für die Güterversorgung in der Stadt ausarbeiten. In Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich soll dieses Konzept in einem Pilotprojekt in der Praxis erprobt werden.

Laut Schmelzer ist zwar europaweit ein Trend in Richtung City-Logistik zu beobachten. In der Schweiz existiere jedoch keine vergleichbare kooperative Güterlogistiklösung in urbanen Räumen.

Die Entwicklung des neuen Geschäftsmodells für die urbane Güterlogistik wird von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) unterstützt. Neben der Stadt Zürich sind der Gewerbeverband Stadt Zürich, die Schweizer Post, die Logistikdienstleister Planzer und Velokurier sowie das auf Logistik spezialisierte IT-Unternehmen Cabtus am Projekt beteiligt. (sda)