Die Werke der 21 Studierenden der Zürcher Hochschule für Künste (ZHdK) sind nur bis zum 21. Dezember in der Galerie 201 zu sehen. Danach, so sind sich Abergläubische auf der ganzen Welt einig, wird es keine Welt mehr geben. Theorien rund um das Ende des Maya-Kalenders sollen die bevorstehende Apokalypse belegen - wieder einmal.

Die Einmaligkeit des wiederkehrenden Grossereignisses haben sich die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Kunst und Medien zum Thema gemacht und suchten in Zürich nach Zeichen des baldigen Weltuntergangs.Die Idee entsprang einem Theorieseminar von Co-Kurator Jörg Scheller, das die Faszination für das Ende der Welt „von der Johannes-Offenbarung bis Emmerich" aufzeigte.
„Das Ende der Welt wird alle paar Jahre wieder einmal heraufbeschworen", sagt Scheller. Und die Zeichen, in denen die Fanatiker die drohende Apokalypse erkennen wollen, seien vollkommen arbiträr. So sei die Theorie, dass der Mayakalender und damit die Welt am 21. Dezember ihr Ende nähmen, längst widerlegt; trotzdem lese man immer wieder von vermeintlichen Omen, die auf das baldige Ende hinweisen sollen.

Nervöse Tiere und Survival Kits

Die von Sofia Bempeza mitbetreute Ausstellung greift diese Absurdität mit einer gehörigen Portion Ironie auf. Auf der Suche nach Untergangsindizien stiessen die Künstler und Künstlerinnen zum Beispiel auf Nagetiere in einer Zürcher Zoohandlung, die das Ende dank ihrer animalischen Intuition längst kommen spüren. Andere Werke nehmen Strategien der Untergangsbeschwörer auf die Schippe. So wurde mit den „Kindern der Hohen Zeichen" ein eigener Kult gegründet, und ein Kaktus wartet darauf, von Apokalypse-Gläubigen angebetet zu werden. Und mit den Überlebenspaketen der Installation „Nonsense im Jenseits", die sich vom realen Angebot der Schweizer Firma Notvorrat24 nicht wesentlich unterscheiden, wird die Panikindustrie kritisch beleuchtet.

Falls das Ende tatsächlich kommen sollte, werden die Künstler zumindest nicht allein sein. Denn am 21. Dezember wird die Ausstellung und vielleicht die Welt mit einer grossen Finissage enden. Dann kämen ihnen die Survival Kits ja gelegen.