Die Eigentümerin der Liegenschaft, in der sich das Warenhaus Manor befindet, plant einen Umbau und eine Umnutzung des Gebäudes. Geht es nach dem Willen des Versicherungskonzerns Swiss Life, sollen die Verkaufsflächen vom 1. Untergeschoss bis in das 1. Obergeschoss für einzelne Boutique-Ladengeschäfte, die darüber liegenden Geschosse für private Büroräume genutzt werden.

Der Zürcher Stadtrat und die Bausektion genehmigten den Umbau im Juli 2014. Dagegen wehrte sich der Zürcher Heimatschutz (ZVH) beim Baurekursgericht. Er warf den Stadtbehörden vor, beim Schutzumfang die seit über hundert Jahren bestehende Nutzung als Warenhaus ungenügend berücksichtigt zu haben.

Wie der Stadtrat befand auch das Baurekursgericht in seinem Entscheid vom Mai 2015, dass Nutzungen eines Gebäudes nicht unter Schutz gestellt werden können, da eine gesetzliche Grundlage für derartige Massnahmen fehle.

Einheit von Innen und Aussen

Der ZVH ist damit nicht einverstanden. Deshalb reichte er beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein, wie er am Montag mitteilte. Seiner Ansicht nach würden mit dem geplanten Umbau die für das Warenhaus typischen durchgehenden Geschossflächen mit ihrer pionierhaften Säulenarchitektur durch kleinteilige Büroeinbauten ersetzt.

Wesentliche Eigenschaften des Schutzobjekts würden dadurch zerstört, schreibt der ZVH. Das Äussere fände keine Entsprechung mehr im Inneren und in der Nutzung. Damit aber würde das Schutzobjekt zu einer "inhaltslosen Fassadenmaskerade" verkommen. Dagegen setze sich der Heimatschutz erneut zur Wehr.

Seit längerer Zeit streiten sich die Mieterin Manor und der Vermieter Swiss Life um den Warenhausstandort an der Bahnhofstrasse 75-79. Der Mietvertrag lief Ende Januar 2014 aus. Er enthält jedoch eine Option auf eine Verlängerung um fünf Jahre bis 2019.

Die Zukunft des seit 1984 von Manor betriebenen Warenhauses liegt vor allem Stadtzürchern am Herzen. Viele von ihnen engagieren sich in der Interessengemeinschaft Manor Bahnhofstrasse.