Der Zürcher Stadtrat hatte dem Gemeinderat einen Objektkredit von rund 12,8 Millionen für das neue Areal, das am Siedlungsrand von Altstetten zwischen Dunkelhölzlistrasse und Salzweg liegt, beantragt. Der Kredit beinhaltete neben der Bachöffnung, Hochwasserschutz und archäologischen Arbeiten ein neues Gemeinschaftsgebäude.

Genau dieses Gemeinschaftsgebäude stiess auf Kritik: Der Gemeinderat will anstelle dieses Gebäudes - der Stadtrat sah es als Zentrum des Areals mit Toiletten, Rüsttischen und Räumen für den Betrieb - lieber das alte Wirtschaftsgebäude einer ehemaligen Gärtnerei erneuern und so rund 2,3 Millionen Franken einsparen. Der Stadtrat wollte dieses wegen seines schlechten baulichen Zustands hingegen abreissen.

Für die Mehrheit - SP, Grüne, GLP, AL und CVP - war es jedoch wichtiger, dass sich das Areal langsam entwickelt - unter Miteinbezug der zukünftigen Gärtner. Denn sie sollen und wollen sich nicht ins gemachte Nest setzen. Zudem brauche es keine "Luxuslösung".

Auch habe sich in den Gesprächen mit Vertretern von Gärtner-Vereinen und Quartier gezeigt, dass das geplante Wirtschaftsgebäude für die einen zu klein und für die anderen zu gross sei.

Volk soll letztes Wort haben

Das Parlament kürzte den Objektkredit schliesslich auf 10,5 Millionen Franken und gab mit 78 zu 40 Stimmen grünes Licht. SVP und FDP wehrten sich dagegen: Sie wollten das Projekt auf 3 Millionen Franken abspecken.

Sie waren der Meinung, das Projekt überzeuge gleich in mehreren Facetten nicht und sprachen von einem überdimensionierten "Gartenbau-Luxusprojekt". Mit 3 Millionen Franken lasse sich zudem ein Projekt erstellen, das allen Ansprüchen genüge.

Die FDP kündete daher an, das Behördenreferendum zu ergreifen. Damit soll das Gartenareal "Dunkelhölzli" vors Volk kommen.

Neue Möglichkeiten fürs Gärtnern

Das Gesamtprojekt umfasst eine Fläche von 6,6 Hektar. Davon sind 3,8 Hektar für sechs grosse, offene Gartenfelder mit Erschliessungswegen vorgesehen. Das restliche Land wird für einen weiträumigen und öffentlich zugänglichen Naherholungsbereich mit parkartigen Wiesenflächen und einem geöffneten Bach benötigt.

Neben traditionellen Kleingärten sollen im "Dunkelhölzli" auch neue gemeinschaftliche Gartenformen entwickelt und ermöglicht werden. Die Vergabe erfolgt durch Pachtverträge mit Trägervereinen.

Mit dem neuen Standort sollen zudem auch die Familiengärten im Areal "Vulkan" ersetzt werden. 122 von ihnen müssen dem geplanten Eishockeystadion der ZSC Lions, dem "Theatre of Dreams", weichen. Bisher hätten sich rund dreissig von ihnen auf der Anmeldeliste für einen neuen Garten eingetragen, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Bis die ersten Pflänzchen spriessen können, dauert es aber noch: Der Plan sieht vor, im Jahr 2018 oder 2019 mit den umfassenden Bodensanierungsmassnahmen zu starten. Sie sind wegen Ablagerungen aus Abfällen und schadstoffbelasteten Materialien notwendig. Die sanierten Böden können dann nach einer Ruhefrist von zwei Jahren und Teilflächen ohne Bodensanierung frühestens 2019 oder 2020 genutzt werden.

Wie weiter mit den Islandpferden?

Ausserdem überwies das Stadtparlament in Zusammenhang mit dem "Dunkelhölzli" verschiedene Begleit-Postulate an den Stadtrat. Dabei ging es beispielsweise um die Planungssicherheit für die Gemeinschaft "Grünhölzli" und den Familiengartenverein Altstetten-Albisrieden, die sich beide für das Areal interessieren. Eine Absichtserklärung soll diese Sicherheit gewährleisten.

In einem anderen Postulat ging es darum, den Pächtern des "Vulkan"-Areals, die ihren Garten verlieren, eine Heimat im "Dunkelhölzli" zu garantieren. Auch hier soll eine Vereinbarung helfen.

Chancenlos war hingegen ein Postulat, das die ersatzlose Aufhebung einer Ovalbahn für Islandpferde verhindern wollte. Das sogenannte "Tölt-Oval" besteht gemäss FDP-Postulat seit etwa fünfzig Jahren auf dem Areal, ist eines der wenigen in der Region und wird unter anderem für reitpädagogische und -therapeutische Angebote genutzt.

Die Postulanten befürchten, dass nach der Bachoffenlegung und der Geländeneuanordnung die Ovalbahn verschwindet. Sie wollten deshalb, dass zuerst eine "adäquate Ersatzlösung" gesucht werde, denn für die Bachöffnung und Neuanordnung bestehe kein zeitlicher Druck.

Unterstützung erhielten sie von der SVP. Die anderen Parteien lehnten es jedoch ab und vermuteten vielmehr ein "Verhinderungspostulat" für das neue Gartenareal.