Ballett

Zürcher Ex-Ballettdirektor Spoerli hat in Deutschland Premiere

Heinz Spoerli

Heinz Spoerli

Drei Cello-Suiten von Bach und 28 Tänzer - daraus hat Heinz Spoerli, bis zum vergangenen Jahr Ballettdirektor in Zürich, sein Werk «In den Winden im Nichts» komponiert.

Am Samstag kam es im Staatstheater Karlsruhe erstmals in Deutschland auf die Bühne.

Dass die deutsche Erstaufführung zehn Jahre auf sich warten liess, hat mit dem vollen Terminkalender Spoerlis zu tun. Erst als er seinen Posten in Zürich aufgab, erhörte er den Ruf der Karlsruher Ballettdirektorin Birgit Keil.

Mit «In den Winden im Nichts» erzählt Spoerli keine Geschichte, sondern reagiert mit Bewegungen auf die Musik. Für dieses abstrakte Ballett hat er in Karlsruhe die Bühne leer geräumt. Einziger Schmuck ist ein riesiger Reif, der an der Rückwand hängt.

Zum 75 Minuten dauernden, eindringlichen Cello-Spiel von Alexandre Vay gruppieren sich die 28 Tänzerinnen und Tänzer mal im Chor, meist aber zu dritt oder im Pas de deux. Hin und wieder streut Spoerli auch lustige Figuren ein, etwa wenn die Tänzerinnen wie flatternde Flamingos über die Bühne tippeln.

«In den Winden im Nichts» ist das dritte Stück seines Bach-Ballett-Zyklus. Das erste entstand 1993 - damals war er Ballettdirektor in Düsseldorf - zu den Goldberg-Variationen. Danach folgten zwei Stücke auf die Cello-Suiten und 2009 dann «Wäre heute morgen und gestern jetzt» zu verschiedenen Stücken für Solo-Geige.

«Bach befreit mich», erklärte der 72-Jährige: «Er öffnet mich, so dass ich als Choreograph mit ihm als Komponisten in einen ganz besonderen Dialog treten kann.» Für dieses Gespräch entwickle er gemeinsam mit den Tänzern eine eigene Sprache des Körpers. Nach der Premiere liess sich Spoerli vom Publikum und den Tänzern feiern.

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