Das Ziel sei noch nicht erreicht, heisst es in einer Mitteilung der Baudirektion vom Donnerstag. Immer noch sei ein Drittel der Zürcher Bevölkerung einer zu hohen Luftschadstoffbelastung ausgesetzt. Dies könne zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie akuter Bronchitis, Asthmaanfällen oder Herzkreislauferkrankungen führen.

Aus diesem Grund liess der Zürcher Regierungsrat den Massnahmenplan Luftreinhaltung überarbeiten. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) formulierte darin einige neue Vorschriften zur Reduktion der Luftbelastung, bestehende wurden angepasst.

Verbesserungen beim Heizen und in der Landwirtschaft

Insbesondere der Ausstoss von krebserregenden Feinstaub- und Russpartikeln aus der Verbrennung von Treib- und Brennstoffen müsse weiter vermindert werden, schreibt Baudirektor Markus Kägi (SVP) im Vorwort des Massnahmenplans. Wälder und empfindliche Ökosysteme würden zudem immer noch unter einem zu hohen Stickstoffeintrag aus der Luft leiden.

Zwar wurden in den letzten Jahren viele Öl- und Gasheizungen durch Holzheizungen ersetzt, was aus Sicht des Klimaschutzes sinnvoll ist. Doch stossen diese ein Vielfaches an Feinstaub aus, wie die Baudirektion schreibt. Deshalb wurden mit der Teilrevision neue Massnahmen bei der Technik, dem Betrieb und der Dimensionierung der Holzheizungen festgelegt.

Eine weitere Herausforderung sieht der Regierungsrat in der Landwirtschaft. Der zu hohe Stickstoffeintrag führe zur Überdüngung und Versauerung von Wäldern und Ökosystemen. Deshalb soll etwa die Reinigung der Abluft von Tierhaltungsanlagen verbessert werden. Durch die Schleppschlauchtechnik könne Gülle zudem künftig emissionsarm ausgebracht werden.

Verkehrsverhalten anpassen

Ein weiterer Verursacher von schlechter Luft ist seit jeher der Verkehr. Auch hier will der Regierungsrat ansetzen. Denn Verbesserungen bei den Abgaswerten werden durch die stetige Zunahme des Verkehrs teilweise wieder zunichte gemacht. Deshalb appelliert der Massnahmenplan in diesem Bereich an das Verhalten.

Der Kanton will mit gutem Beispiel vorangehen und prüft deshalb die Einführung eines Mobilitätsmanagements für die Verwaltung. Dadurch soll die Nutzung des öffentlichen Verkehrs oder des Fahrrads für den Arbeitsweg gefördert werden. Zudem regelt der Massnahmenplan den Gebrauch von emissionsarmen Lastwagen auf grossen Baustellen.

Insgesamt verursachen die Auswirkungen der Luftverschmutzung im Kanton Zürich jährlich Kosten von rund 880 Millionen Franken, wie die Baudirektion schreibt. Die Umsetzung der Massnahmen bringe nicht nur eine Verbesserung der Luftqualität, sondern auch eine Reduktion der volkswirtschaftlichen Kosten.