Winterthur
Zu viele Vorschriften: Gericht pfeift Winterthur wegen Kinderkrippe zurück

Die Stadt Winterthur macht Kinderkrippen zu viele Vorschriften: Das Verwaltungsgericht hat die Stadt nun zurückgepfiffen und den Betreibern einer Kinderkrippe recht gegeben.

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Kinderkrippe im Kanton Zürich (Symbolbild)

Kinderkrippe im Kanton Zürich (Symbolbild)

Keystone

Die Richtlinien der Bildungsdirektion regeln die Altersdurchmischung in Kinderkrippen eigentlich schon sehr detailliert: Eine Betreuungsgruppe darf nicht mehr als elf Kinder zählen. Kinder, die jünger sind als 18 Monate, beanspruchen 1,5 Plätze, weil sie viel zu tun geben. Kindergartenkinder zählen dafür nur halb.

In Winterthur geht man jedoch um einiges weiter: Die Behörden verlangen, dass pro Gruppe höchstens zwei Säuglinge betreut werden. Zudem müssen die Betreiber die Zusammensetzung der Gruppen genau angeben.

Den Betreibern einer Krippe mit insgesamt 33 Plätzen ging das jedoch zu weit. Sie wollten in ihrer Betriebsbewilligung keine Einschränkung auf zwei Säuglinge pro Betreuungsgruppe. Die Stadt lehnte ihr Betriebs-Gesuch deshalb ab.

Krippenleitung soll entscheiden

Die Kinderkrippe gelangte daraufhin an den Bezirksrat und danach - als dieser den Rekurs ablehnte - an das Verwaltungsgericht. Dieses gibt den Betreibern nun recht, wie aus dem Urteil hervorgeht.

Die Beschränkung auf zwei Säuglinge lasse sich nicht rechtfertigen, schreibt das Gericht in seinem Entscheid. Die Altersdurchmischung könne situativ durch die Krippenleitung festgelegt werden. Sie müsse nicht von einer Behörde bestimmt werden, schreibt das Gericht.

Die Bestimmungen der Bildungsdirektion seien ausreichend, weil sie den unterschiedlichen Betreuungsbedürfnissen der Kinder Rechnung trage. Gleichzeitig liessen diese Regeln der Krippenleitung genügend Flexibilität, um den Betrieb wirtschaftlich zu führen.

Das Gericht wies die Stadt Winterthur mit dem Urteil an, den Betreibern die Bewilligung für ihre Krippe zu erteilen. Die Stadt kann den Entscheid aber auch noch ans Bundesgericht weiterziehen.