Grüne Zürcher Gemeinderäte fordern mit ihrem Postulat den Stadtrat auf, zusammen mit der Zoo Zürich AG, dem Quartierverein Fluntern und weiteren Betroffenen ein neues Verkehrskonzept auszuarbeiten und dies möglichst bald umzusetzen. Die Gemeinderäte verlangen klar formulierte Massnahmen, welche die Anwohner vom Autoverkehr durch die Zoo-Besucher entlastet.

In der Folge wenden sich die zwei Kantonsräte Marc Bourgeois (FDP, Zürich) und Olivier Moïse Hofmann (FDP, Hausen am Albis) sowie die Kantonsrätin Bettina Balmer (FDP, Zürich) mit einer Anfrage an den Regierungsrat, die ebenfalls das Verkehrskonzept rund um den Zoo Zürich im Quartier Fluntern betrifft.

Kantonsräte kritisieren Stadt

Die drei Kantonspolitiker klinken sich in die Debatte ein, weil «die Postulanten fordern, dass weitere Betroffene in die Erarbeitung des Verkehrskonzeptes einbezogen werden sollen, so ist der stark betroffene Kanton Zürich ein natürlicher und unentbehrlicher Partner», schreiben sie in ihrer Anfrage. Erstunterzeichner Bourgeois aber wählt weitaus deutlichere Worte. «Die Gemeinderäte geben vor, den öV optimieren zu wollen. Faktisch ist es ein weiterer Angriff auf den Zoo und seine Parkplätze und damit auch auf das Quartier, das den resultierenden Suchverkehr auffangen müsste», wie er auf Anfrage sagt.

Hätten die Postulanten gemäss Bourgeois tatsächlich den öV im Fokus, dann hätten sie den Vorstoss im Kantonsrat eingereicht. «Das öV-Angebot wird kantonal festgelegt, und auch bei der Zooseilbahn ist der Kanton im Lead», so der FDP-Politiker weiter. Warum die kommunalen Politiker in ihrer Anfrage nicht auf die Zooseilbahn verweisen, bleibt offen. Eine entsprechende Anfrage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Die Zoo Seilbahn AG machte erst im Frühling wieder von sich reden, als sie einen neuen Versuch startete und beim Bundesamt für Verkehr ein Plangenehmigungsgesuch einreichte und der Baudirektion des Kantons Zürich einen überarbeiteten Gestaltungsplan vorlegte. Die grössten Änderungen der beiden Gesuche waren kinderwagen- und behindertengerechte Zehner- statt wie vorgängig geplante Achtergondeln. Auch die Stützen der Stationen wurden gestalterisch so überarbeitet, dass «sie sich optimal ins Landschaftsbild einpassen». Dies teilte die zuständige Gesellschaft damals mit.

Die drei FDP-Kantonsräte wollen bezüglich der Seilbahn nun vom Regierungsrat wissen, was das Verkehrgutachten, das in diesem Zusammenhang von einem neutralen Verkehrsplaner erstellt wurde, zum Verkehrskonzept für den Zoo Zürich beitragen könne. Zudem wollen sie wissen, ob neben der Seilbahn weitere Attraktivitätssteigerungen für den öffentlichen Verkehr im Gebiet des Zoos Zürich geplant seien. Weiter soll der Regierungsrat bekannt geben, inwiefern eine Kooperation mit der Stadt Zürich bei diesem Thema geprüft und angestrebt werde.

Neue Idee für Parkplatz-Problem

Dass diese Anfrage eingeht, während die kantonale Baudirektion den Gestaltungsplan zur Zooseilbahn prüft, erklärt Bourgeois folgendermassen: «Mit unserer Anfrage wollen wir klären, ob der Regierungsrat bereit ist, den offensichtlichen Geburtsfehler der gemeinderätlichen Anfrage zu heilen und der Stadt zu helfen, tatsächlich etwas für den öV, die Besuchenden, den Zoo und das Quartier zu tun.»

Wie die Baudirektion auf Anfrage mitteilt, werden derzeit die Einwendungen überprüft, die aus der öffentlichen Auflage des überarbeiteten Gestaltungsplans eingegangen sind. Vorgesehen ist, dass die Baudirektion den Gestaltungsplan im ersten Quartal 2019 festsetzt. Mit der Festsetzung beginnt eine 30-tägige Rekursfrist.

Dass es noch eine andere mögliche Lösung beim Parkplatz-Problem gibt, zeigt eine Stellungnahme des FDP-Stadtrates Michael Baumer diese Woche bei der Präsentation der Smart-City-Strategie für Zürich. Wie er dort erklärte, setze die Stadt langfristig auf autonome Fahrzeuge, die an das öffentliche Verkehrsnetz anknüpfen.

Nachdem ein Test auf einem Areal der Verkehrsbetriebe Zürich bereits stattgefunden hat, schwebt Baumer nun ein Test im Linienverkehr vor, etwa von der Tramhaltestelle Zoo bis zum Zooeingang. Wann die ersten autonomen Fahrzeuge auf Zürichs Strassen rollen, ist laut Baumer noch offen.