Zürich
Zu viel Lärm und Gestank: Zürcher Grüne wollen Laubbläser verbieten

Endlich Frühling: In den Gärten und Grünanlagen schauen die ersten Blumen hervor und die Vögel pfeifen. Mit ihnen heulen die ersten Laubbläser auf. Die Grünen wollen diese nun abstellen.

Drucken

Die lärmigen und russigen Rüsselmänner sind den Grünen der Stadt Zürich ein Dorn im Auge. Nun hat sich ihre Arbeitsgruppe Grünraum/Naturschutz vorgenommen, die Laubbläser aus dem Frühlingsalltag zu verbannen.

«Sie werden heute exzessiv genutzt», sagt Arbeitsgruppenleiter und Chefpromotor Urs Nagel auf Anfrage. Gänzlich verbieten will er die Bläser nicht, aber ihren Einsatz eindämmen.

Sie sollen nur dann genutzt werden dürfen, wenn auch Laub fällt, nämlich in den Monaten Oktober und November. Ansonsten sollen sie verboten werden.

Nagel verweist dabei aufs Beispiel von Genf, das den Einsatz der Laubbläser bereits seit längerem stark eingeschränkt hat.

«Riesenärgernis»

Die Bläser sind laut Nagel aus zwei Gründen ein «Riesenärgernis». Zu einem machen sie unnötigen Krach. Und zum zweiten Schaden sie der Umwelt.

Wenn alle Blätter unter den Hecken hervorgeblasen werden, würde damit auch der Lebensraum von vielen Kleintieren zerstört, erklärt Biologe Nagel. Dazu würde auch die Luft verpestet.

Die Grünen haben bereits im Oktober eine Petition «Stopp Laubbläser» lanciert, mit der sie verlangen, dass der Laubbläsereinsatz für alle auf dem ganzen Gebiet der Stadt Zürich auf die Monate Oktober und November eingeschränkt wird.

2300 Unterschriften seien bis Ende 2012 zusammengekommen. Nun legen die Grünen die Unterschriftenbögen neu auf - weil die Bläser jetzt wieder zu hören sind. Gesammelt wird an Ständen und im Internet unter gruenezuerich.ch/mitmachen/unterschriften.

Einen ersten Erfolg kann man laut Nagel schon verbuchen. Der Gemeinderat hat ein Postulat an den Stadtrat überwiesen, worin er diesen auffordert, die städtischen Laubbläser auf Elektrobetrieb umzurüsten, damit die Luft weniger verpestet wird. (rsn)

Aktuelle Nachrichten