Das Glockengeläut der reformierten Kirche erhitzt seit Jahren die Gemüter. Im Januar 2014 reichten Anwohner eine erste Lärmklage bei der Gemeinde ein. Damals mit Erfolg: Die Baukommission der Gemeinde entschied, dass die Kirche ihre Glocken leiser machen muss.

Dazu sollte sie anstelle des bisherigen mechanischen Klöppels neu einen elektrischen Klöppel montieren. Das Geläut wäre so in der Nacht um rund 10 Dezibel leiser geworden.

Die Anwohner waren damit allerdings nicht zufrieden. Sie legten Rekurs ein und verlangten eine Lärmreduktion um mindestens 29 Dezibel. Zudem solle das Samstags- und Sonntagsgeläut nur noch vier Minuten dauern statt wie bisher 14 Minuten.

"Nicht mehr erheblich störend"

Die Richter des Zürcher Baurekursgerichtes wollten sich selber ein Bild machen und fuhren Anfang November nach Egg. Zum Nachteil der Lärmgeplagten, wie das am Dienstag publizierte Urteil zeigt. Die Richter bezeichneten den Lärm im Gebäudeinneren als "nicht mehr erheblich störend".

Auch am langen Wochenend-Geläut fanden die Richter keinen Anstoss. Das Kirchengeläut werde in Egg in dieser Form seit 60 Jahren ausgeübt. Es sei Sinn und Zweck des Ein- und Ausläutens, die Bevölkerung auf den für das Christentum wichtigen Sonntag aufmerksam zu machen und die Bevölkerung zum Nachdenken anzuregen. Sie wiesen den Rekurs deshalb ab.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die lärmgeplagten Anwohner können den Entscheid noch ans Verwaltungsgericht weiterziehen.