Die «Winterthur Futbol Amigos», kurz «Wifa», beschreiben sich als «jung und voller Ideen». Dass sie auch «fussballverrückt» sind, versteht sich von selbst. Seit Jahren träumen sie davon, auch im Winter irgendwo spielen zu können. Statt einfach nur davon zu träumen, sind sie nun aktiv geworden.

David Vöge und Ullrich Braun haben ein Start-up-Unternehmen gegründet, das unter dem Titel «Winterschlaf für Fussball? Nein!» steht. Im Internet haben sie sich auf die Suche nach Unterstützern und Geldgebern begeben. 100 000 Franken wollten sie im Juni und Juli mit Hilfe der Crowdfunding-Platform «wemakeit» zusammenbringen. 49 Personen haben das Projekt mit Beiträgen von 20, 100 und gar 7000 Franken unterstützt. Am Ende, als die Sammelfrist beinahe abgelaufen war, stieg auch noch der Elektronikhändler Brack.ch als Hauptsponsor ein. Die «Wifa», die Winterthurer Futbol Amigos, hatten ihren Startbeitrag zusammen.

Loki-Fabrik wird Fussball-Fabrik

In diesen Tagen sind sie dran, ihren Traum in die Realität umzusetzen. Die «Wifa» haben die «Swifa GmbH» gegründet, eine aktuelle Version ihrer Internetseite «www.swifaindoor.ch» aufgeschaltet und mitten in Winterthur eine ehemalige Montagehalle gemietet, in der einst Lokomotiven gefertigt wurden.In dieser Fabrik werden jetzt zwei Fussballfelder eingerichtet, die je 30 Meter lang und 15 Meter breit sind und mit einem «hochwertigen Kunstrasen» ausgerüstet werden. Die Spielflächen werden sich online mieten lassen. Laut den bisherigen Plänen ist die Halle von 8 bis 24 Uhr geöffnet, die Mietpreise schwanken für 60 Minuten zwischen 100 und 130 Franken.

Die Swifa Indoor Anlage in Winterthur.png

Die Swifa Indoor Anlage in Winterthur.png

Laut David Specker, der bei «Wifa» und «Swifa» für Marketing und Kommunikation verantwortlich ist, eignen sich die beiden Spielfelder für Partien, bei denen sich je fünf Personen gegenüberstehen. Als Zielgruppen denken die Fussballverrückten einerseits an die verschiedensten Vereine, die im Winter eine Indoor-Gelegenheit suchen. Andererseits aber auch an Firmen oder an eine Gruppe von Freunden, die etwas «tschutten» wollen. Für interessierte Einzelpersonen überlegen sich die «Wifa», offene Spielzeiten einzurichten.

Die Nutzer sollen aufräumen

Das Start-up-Unternehmen wird die Kosten tief halten. Die «Fussballfabrik» soll vorerst ohne stets präsente Mitarbeiter auskommen; die «Wifa» setzen auf Eigenverantwortung. Der Code für den Zutritt soll elektronisch an die Nutzer versandt werden. Und diese sollen nach Ablauf ihrer Spielzeit die Bälle selber versorgen. Je nach Entwicklung wird aber bald ein Mitarbeiter präsent sein, meint Specker. Es gebe Überlegungen, eine Art Bar oder Gastrobereich einzurichten. Sie seien ja, sagen die «Wifa» von sich, «jung und voller Ideen». Der Eröffnungsevent ist auf den 15. November angesetzt. (og)