Zürich

Zoologisches Museum Zürich zeigt verschiedene Facetten von Angst

«Keine Panik» heisst die neuste Sonderausstellung im Zoologischen Museum der Universität Zürich. Sie zeigt vom 26. August bis zum 14. Dezember verschiedene Facetten von Ängsten und Phobien.

Die Ausstellung entstand gemeinsam mit der Universität Genf im Rahmen des aktuellen europäischen Jahrs des Gehirns. Denn dort, im Gehirn, entsteht Angst, wie Kuratorin Isabel Klusmann am Montag vor den Medien sagte.

Auf den ersten Blick fällt auf: Die Ausstellung ist fast ausnahmslos in schwarz-weiss gehalten, und die Illustrationen erinnern an Comicfiguren. Die Informationstafeln sind dreisprachig - französisch, deutsch, englisch. Interaktive Stationen machen viele Vorgänge auch für grössere Kinder und Jugendliche verständlich.

Zu Beginn der Ausstellung wird dargestellt, welche Hirnregionen bei der Entstehung von Angst welche Rolle spielen. Dann folgen die Körperreaktionen. Sie sind recht drastisch dargestellt: Aus farbig beleuchteten Säcken brummt und gurgelt, pulsiert und knackt es: Magen, Darm, Rachen, Mund, Herz, Lunge und Blutgefässe arbeiten auf Hochtouren. Alles hat seine Funktion.

Angst und unterschiedliche Reaktionen darauf sind auch in der Tierwelt zu beobachten, wie mehrere Monitore mit typischen Situationen zeigen. Es sind die gleichen, die auch Menschen zeigen: Erstarren, Flucht, Angriff - oder auch Überspielen, wie Maya Bräm ausführte.

Die Verhaltensmedizinerin am Tierspital Zürich kennt Hunde mit Gewitterphobie und Katzen mit Katzenkistchenphobie. Phobien - Angststörungen - können Tiere nämlich genauso entwickeln wie Menschen. Die Angst verliert dabei ihre natürliche Schutzfunktion und kann krank machen.

Mehrere Voraussetzungen für AngststörungUm eine solche Angststörung zu entwickeln, brauche es verschiedene Faktoren, führte Michael Rufer aus, Psychiater an Unispital und Uni Zürich: Chronischen Stress, eine genetisch angelegte Verletzlichkeit und einen Auslöser.

Vierte «ganz wichtige» Komponente ist dann das sorgfältige Vermeiden der jeweiligen Angst einflössenden Situation. So entwickle sich eine «Angst vor der Angst», und es könne kein «korrigierendes Erlebnis» erfolgen, so Rufer. Auch diesem Kapitel ist ein Abschnitt der Ausstellung gewidmet.

Zum Abschluss findet sich ein kleiner Raum mit gemütlichen Sitzsäcken. In aller Ruhe können Interessierte dort Broschüren studieren, die erläutern, wie man eine Angststörung bekämpfen und loswerden kann. Dies sei allerdings deutlich schwieriger, als sie zu entwickeln, so Rufer: Die einmal «erlernte» Angst müsse «über-lernt» werden.

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