Seit gut einem Jahr leben 13 erwachsene Erdmännchen und nun auch drei Jungtiere im Zoo Zürich.

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Zoo Zürich
Sie sind ein Publikumsmagnet – doch wussten Sie, dass die putzigen Erdmännchen ihre Artgenossen töten?

Schnell haben sich die Erdmännchen zu Publikumslieblingen des Zoo Zürich gemausert. Doch die putzigen Steh-auf-Männchen können auch sehr mordlustig sein.

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Zwei Jungtiere im Zoo Zürich.

Zwei Jungtiere im Zoo Zürich.

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(kob) Im Zoo Zürich leben 13 erwachsene und drei junge Erdmännchen. Erdmännchen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten, wie es auf der Website heisst. Dabei verteidigen sie ein Gebiet von bis zu 15 Quadratkilometern. Auf diesem Geiet legen sie sechs bis zehn Erdbauten an, die aus einem Kessel und Gängen bestehen. Diese sind mehrere Meter lang. In der unterirdischen Behausung wird geschlafen, Schutz gesucht und die Jungen aufgezogen.

Während der Nahrungssuche hält immer mindestens ein Tier Wache. Dafür suchen sie sich einen guten Aussichtspunkt auf Hügeln oder Bäumen. Wenn Gefahr droht, werden die anderen mit scharfem Bellen oder Knurren gewarnt, erklären die Experten vom Zoo Zürich.

Obwohl die Wächter Alarm schlagen, sind sie selbst meist die ersten, die im rettenden Bau verschwinden. Über Nacht verlieren die Tiere bis zu 5 Prozenz ihres Körpergewichts, was die Nahrungssuche tagsüber umso wichtiger macht.

Die putzigen Tiere sind im Zoo Zürich ein Publikumsmagnet.
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Am Duft erkennen sie, wer zu ihrer Gruppe gehört.
Im Zoo Zürich leben 13 erwachsene und drei junge Erdmännchen.
Im Zoo Zürich leben 13 erwachsene und drei junge Erdmännchen.
Sie sind sehr verspielt.
Erdmännchen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten
Erdmännchen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten
Obwohl die Wächter Alarm schlagen, sind sie selbst meist die ersten, die im rettenden Bau verschwinden.

Die putzigen Tiere sind im Zoo Zürich ein Publikumsmagnet.

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Weibchen töten den Nachwuchs von Konkurrentinnen

Die putzigen Tierchen wohnen seit gut einem Jahr in der Lewa-Savanne und gehören zu den beliebtesten Tieren des Zoos, besonders die Kinder schauen ihnen gerne zu. Was die wenigsten wissen: Die Tiere sind auch recht mordlustig. Jedes fünfte Jungtier wird von einem Artgenossen getötet.

Das ist bei Säugetieren nicht so ungewöhnlich, wie man vielleicht denkt: Forscher haben festgestellt, dass im Wettbewerb um Nahrung, Partner und andere Ressourcen die Nachkommen von Rivalen umgebracht werden. Bei manchen Säugetierarten ist Kindstötung sogar die häufigste Todesursache bei Jungtieren. Während das Phänomen oft bei männlichen Tieren beobachtet wird, kam eine Studie von Dieter Lukas vom Max-Planck-Institut und Elise Huchard von der Université Montpellier zum Schluss, dass bei vielen Säugetierarten auch die Weibchen den Nachwuchs von Konkurrentinnen töten – unter anderem ist dies bei den Erdmännchen der Fall.