Kantonsrat
Zonen im Zürichsee könnten den Seezuschlag verhindern

Postulat schlägt als Alternative zum Seezuschlag Zonen im Zürichsee vor.

Pascal Jäggi
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Der Seezuschlag sieht vor, dass zum Fahrplanwechsel zusätzlich fünf Franken pro Tag auf dem Zürichsee eingeführt werden. Alessandro Della Bella/Keystone

Der Seezuschlag sieht vor, dass zum Fahrplanwechsel zusätzlich fünf Franken pro Tag auf dem Zürichsee eingeführt werden. Alessandro Della Bella/Keystone

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Die Proteste haben nichts genützt. Nur 19 Zürcher Gemeinden haben sich in der Vernehmlassung gegen den Seezuschlag ausgesprochen. Zum Fahrplanwechsel sollen die zusätzlichen fünf Franken pro Tag auf dem Zürichsee eingeführt werden. Doch drei Kantonsräte könnten das doch noch verhindern.

Am Montag wollen sie ihr ¬Postulat «Seezonen statt Seezuschlag» für dringlich erklären lassen. Rosmarie Joss (SP, Dietikon), Felix Hoesch (SP, Zürich) und Ruedi Lais (SP, Wallisellen) fordern, dass sich der Regierungsrat für Seezonen ausspricht, analog zu den Zonen an Land. Um die Pendler zu entlasten, könnten die Anlegestellen der Querverbindungen in den bisherigen Zonen belassen werden. Wer von Wädenswil nach Stäfa oder von Küsnacht nach Thalwil fährt, müsste den Seezuschlag nicht bezahlen. Ebenso solle auch geprüft werden, ob das Seebecken in der Stadtzürcher Zone 110 verbleiben könne.

Seezonen ab 2018

Der Seezuschlag widerspreche der Politik des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV), der in den Jahren zuvor ein Billett für alle Verkehrsmittel propagiert hat, sagt Erstunterzeichnerin Rosmarie Joss. Statt ein separates Billett zu kaufen, müssten die Kunden pro Zone draufzahlen. Wie viele Zonen es geben würde, müsste noch definiert werden. Eine Zone auf dem See wäre gleich teuer wie an Land. «Der Seezuschlag ist für uns keine praktikable Lösung. Mit den Zonen bieten wir eine ¬alternative Lösung an», sagt Joss.

Sollte der Kantonsrat am Montag der Dringlichkeit zustimmen, könnte die Einführung des Seezuschlags noch verhindert werden. Die Seezonen könnten realistischerweise erst auf den Fahrplanwechsel 2018 eingeführt werden. Ob das Postulat überwiesen wird, muss sich aber noch zeigen. Bisher fand der Seezuschlag bei den Politikern eine Mehrheit. Die Postulanten setzen auf die Unterstützung vom See. «Die ¬Zürichseegemeinden waren gegen den Seezuschlag», erklärt Rosmarie Joss. Von den anderen Kantonsräten erwarte sie, dass sie sich auf die Diskussion einlassen und die Scheuklappen ablegen. Es gehe ja um eine Alternative, nicht darum, gar keine Mehreinnahmen auf dem See zu verlangen.

Dass keiner der Postulanten aus den Seebezirken stammt, ist kein Zufall. Die Kantonsräte bilden die SP-Vertretung in der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (Kevu). Am Zürichsee kommt die Idee der SP-Kantonsräte gut an. «Das entspricht mehr oder weniger unserem Vorschlag», sagt der Küsnachter Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP). Gut sei, dass man dem Regierungsrat jetzt doch Gegensteuer gebe. Nicht nötig ist für ihn einzig, dass die Stadt Zürich ausgenommen werden soll. Er zeigt sich überrascht, dass kein Kantonsrat vom Zürichsee unterzeichnet hat. Selber hat Ernst erst gestern von dem Postulat erfahren. «Jetzt müssen wir vom See etwas dafür tun», sagt der Gemeindepräsident.

«Das wäre sicher eine Alternative», meint der Wädenswiler Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP). Fraglich ist für ihn aber, ob die Handhabung mit mehreren Zonen praktikabel sein wird. Der ZVV spricht davon, dass Zonen auf dem See das Lösen eines Einzelbilletts massiv verkomplizieren würden. Kutter fordert deshalb eine einfache Lösung.