Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag den Geschäftsbericht 2014 der Zürcher Kantonalbank (ZKB) mit deutlichen 162 zu 2 Stimmen genehmigt, übte an der Staatsbank jedoch auch Kritik. Vor allem die Übernahme von Swisscanto und das starke Wachstum sorgten für Einwände.

Neben viel Lob für die grösste Kantonalbank gab es vor allem von Seiten der SVP kritische Stimmen. Die Staatsbank sei in den vergangenen Jahren viel zu stark gewachsen, sagte Hans-Peter Amrein (Küsnacht). "Das Risiko für den Kanton hat so deutlich zugenommen."

Die ZKB dürfe nicht weiter "auf Umsatz bolzen", sonst werde es der Staat früher oder später richten. Auch sein Parteikollege Hans Frei (Regensdorf) rief zu "erhöhter Wachsamkeit" auf. Vor allem, was die Übernahme von Swisscanto betrifft. "Es ist eine ausländische Finanzmarkt-Aufsicht, welche diese ZKB-Tochter prüft."

Swisscanto war der gemeinsame Fondsanbieter der Kantonalbanken. 2014 entschieden diese, einen Käufer für das Unternehmen mit Aussenstandorten in London und Luxemburg zu suchen. Im Dezember bekam die ZKB den Zuschlag und zahlte den anderen Kantonen für ihre Anteile rund 360 Millionen Franken.

Neben der SVP fragten sich auch die Grünen, ob eine solche Vermögensverwaltung überhaupt Kernaufgabe der ZKB sei. Die Kantonalbank sei eine Zürcher Bank und solle dies bitte bleiben.

Filialschliessungen werden akzeptiert

Zu Reden gab auch die Tatsache, dass die ZKB die Schalteröffnungszeiten verkürzte und immer mehr Filialen dicht macht. "Die nahe Bank" gilt längst nicht mehr in jeder Gemeinde. Die meisten Fraktionen akzeptieren diese Entwicklung, werde der Zahlungsverkehr heute doch mehrheitlich online erledigt.

Auch die anderen Fraktionen teilen diese Meinung, weil Kundinnen und Kunden den Zahlungsverkehr heute mehrheitlich online erledigen. Maria Rohweder von den Grünen gab jedoch zu bedenken, dass durch den Filial-Abbau auch Kunden verloren gehen könnten.

Weniger Geld für Kanton und Gemeinden

Die ZKB machte im vergangenen Jahr 647 Millionen Franken Gewinn, fast ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Dies bedeutet weniger Ausschüttungen an Kanton und Gemeinden. So erhält der Kanton Zürich in diesem Jahr 164 Millionen. Im Vorjahr waren es noch 220 Millionen Franken. An die Gemeinden fliessen 82 Millionen. 2013 waren es noch 110 Millionen Franken.