Familiengärten

Zivilschutzchefs informieren Zivilschützer nicht über Asbestgefahr

Eine Zivilschutzjacke (Archiv)

Eine Zivilschutzjacke (Archiv)

Beim Abbruch eines Zürcher Schrebergartenareals haben Zivilschützer ohne Maske und Schutzanzug mit asbesthaltigen Gegenständen hantiert. Die Chefs wussten von der potenziellen Gefahr, mahnten die Zivilschützer aber nicht zur gebotenen Vorsicht.

Die Familiengärten bei der Pfingstweidstrasse in Zürich müssen bis Ende Oktober geräumt werden, da die Stadt Zürich die Mietverträge gekündigt hat. Der Familienverein beauftragte den Zivilschutz mit der Räumung, wie Roland Portmann, Sprecher von Schutz & Rettung Zürich, am Donnerstag einen Beitrag des Lokalsenders TeleZüri bestätigte.

Bei der Vorbereitung der Räumung wurde festgestellt, dass beispielsweise die Welldächer aus Eternit bestehen. Laut einer Fachstelle bestand aber keine gesundheitliche Gefährdung durch Asbest, solange die Platten sauber abgenommen würden und nicht zerbrächen. Für die Arbeiten sei kein Schutzanzug notwendig.

Das Zivilschutzkader sei entsprechend informiert worden, sagte Portmann weiter. Am Mittwoch - dem dritten Tag der Übung - wurde dann aber festgestellt, dass zerbrochene Platten und kaputte Blumenkisten aus Eternit auf dem Areal herumlägen.

Aktion vorderhand abgebrochen

Die Aktion wurde darauf sofort abgebrochen, wie Portmann weiter sagte. Anscheinend waren die Zivilschützer nicht entsprechend instruiert worden. Gemäss Portmann wird nun abgeklärt, weshalb die Information nicht zu jedem einzelnen durchgedrungen war.

Ein Asbestexperte der Stadt Zürich besuchte am Donnerstagmorgen das Areal. Gemäss diesem Experten kann weiter auf dem Areal gearbeitet werden - die Suva empfiehlt Schutzanzug und Staubschutzmaske.

Rund die Hälfte der 60 bis 70 Zivilschützer wollten aber nicht mehr weiterarbeiten. Die anderen wären bereit gewesen, auf das Areal zurückzukehren. Die Arbeit werde aber auch am Freitag nicht wieder aufgenommen, sagte Portmann weiter.

Am kommenden Montag rücke eine neue Kompanie ein. Diese werde informiert. Falls sich genügend Freiwillige einfänden, werde das Gelände geräumt, ansonsten werde der Auftrag dem Familiengartenverein zurückgegeben.

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