Bonstetten

Zerstrittener Gemeinderat: Nun fordert der Ex-Präsident seinen Nachfolger heraus

Blick auf das Gemeindehaus von Bonstetten. (Symbolbild)

Blick auf das Gemeindehaus von Bonstetten. (Symbolbild)

Die Schlammschlacht im zerstrittenen Bonstetter Gemeinderat geht weiter. Nun hat der ehemalige Präsident Bruno Steinemann angekündigt, bei den kommenden Wahlen gegen seinen eigenen Nachfolger anzutreten.

Anfang 2017 trat der parteilose Bruno Steinemann als Präsident der Gemeinde Bonstetten zurück. Nun will er sein ehemaliges Amt zurück, wie der "Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern" berichtet. Steinemann tritt gegen seinen eigenen Nachfolger, den ebenfalls parteilosen Frank Rutishauser, an. Hintergrund sind Streitigkeiten, die seit der Wachablöse im Gemeinderat herrschen.

An der Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember informierte Rutishauser, dass gegen ihn beim Bezirksrat eine Aufsichtsbeschwerde eingegangen sei. Die Unterzeichner um SVP-Gemeinderat Claude Wuillemin, der in der Ersatzwahl den Kürzeren gezogen hatte, würden ihm vorwerfen, charakterlich nicht für das Amt geeignet zu sein. Gemäss dem "Anzeiger" geht es um Diskussionsverweigerung und Einschüchterung.

Rutishauser stellte gegen den Bezirksrat ein Ausstandsbegehren. Deshalb muss sich nun der Regierungsrat mit dem Streit befassen. Die Konsequenz der Schlammschlacht war, dass sich innerhalb der ersten Frist für die Gesamterneuerungswahl keiner der Bisherigen zur Wahl stellte. Einzig die SP präsentierte einen neuen Kandidaten. Auf die zweite Ausschreibung gab es dann doch sechs Bewerbungen für das fünfköpfige Gremium. Rutishauser kandidierte als einziger fürs Präsidium.

Rutishauser bezeichnet Gegenkandidatur als Witz

Am Dienstag gab Bruno Steinemann nun bekannt, dass er sich für das Gemeindepräsidium zur Verfügung stelle und mit seiner Rückkehr das Desaster beenden sowie das Image des Dorfes wieder verbessern wolle. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass damit Ruhe einkehrt. Rutishauser bezeichnete die Gegenkandidatur in der Zeitung als Witz, schliesslich habe er Dezember gesagt, ihn und SVP-Mann Wuillemin im Gemeinderat, gebe es nicht mehr. Steinemann erwidert indes: "Ich und Rutishauser im Gemeinderat, das gibt es nicht mehr."

Zur Wahl stehen jedoch alle drei. Wie sich die Bonstetter Stimmbevölkerung entscheidet, wird sich zeigen.

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