Übung
Zentralbibliothek evakuiert – um neues Notfallkonzept zu testen

Die Zentralbibliothek Zürich ist am Mittwoch übungshalber evakuiert worden: Dank einem neuen Notfall- und Sicherheitskonzept soll im Ernstfall der Schaden für Personen und die Spezialsammlungen möglichst gering gehalten werden.

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Die Zentralbibliothek testet ihr neue Notfallkonzept und evakuiert.

Die Zentralbibliothek testet ihr neue Notfallkonzept und evakuiert.

Keystone

Bei einem Brand oder einer ähnlichen Katastrophe in der Zentralbibliothek (ZB) droht ein immenser Schaden. Einerseits sind Personen - jährlich besucht rund eine halbe Million Menschen die ZB - gefährdet. Andererseits könnten die kostbaren, teilweise einzigartigen Bestände beschädigt oder gar zerstört werden.

In Zusammenarbeit mit Fachunternehmen hat die ZB nun ihr Notfall- und Sicherheitskonzept erneuert und am Mittwoch im Rahmen einer Übung getestet.

An erster Stelle steht weiterhin der Personenschutz, wie Emil Rebsamen, Leiter Gebäudemanagement, erklärte. Bei einem Brand wird das Gebäude evakuiert. Gemäss einer Medienmitteilung könnten aber "bereits zum Zeitpunkt der Personenevakuierung erste Vorkehrungen" getroffen werden, die einer übermässigen Beschädigung des ZB-Materials entgegenwirken könnten.

Zudem sei die Kommunikation mit der Feuerwehr wichtig: Weiss diese, wo besonders wertvolle Gegenstände stehen, kann sie bei ihrer Intervention gegebenenfalls schonend vorgehen.

Nach dem Löscheinsatz der Feuerwehr beginnen die Mitarbeiter der ZB mit der Bergung der Werke. Laut Rebsamen ist dabei eine gute Ausbildung für diesen Katastrophenfall von zentraler Bedeutung.

So müsse etwa jedem Mitarbeiter, der im Notfall Werke in Sicherheit bringt, bewusst sein, dass "vollnasse Bücher" doppelt so schwer seien - die Gestelle könnten unter dieser Last zusammenbrechen. Im Weiteren müsse der fachgerechte Umfang mit wasser- und brandgeschädigten Objekten geübt werden.

Die ZB will gemäss Mitteilung im Weiteren verstärkt auch präventive Massnahmen ergreifen. So ist vorgesehen, zusätzliches Notfallmaterial anzuschaffen, "das individuell auf die Spezialobjekte zugeschnitten ist". Dabei werde besonderes Augenmerk auf grossformatige oder hochsensible Werke gelegt, die bei der geringsten Berührung mit Wasser irreversibel beschädigt würden.