Street Parade
Zehn Mal mehr Anzeigen: Die Trickdiebe kamen in organisierten Gruppen aus dem Ausland

Rund zehn Mal mehr Anzeigen wegen Diebstählen sind bei der Stadtpolizei eingegangen. Die Täter agierten wahrscheinlich in organisierten Gaunergruppen, welche eigens für die Street Parade aus dem Ausland anreisten.

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Die Polizei setzte gezielt mehr Einsatzkräfte vor Ort ein.

Die Polizei setzte gezielt mehr Einsatzkräfte vor Ort ein.

Keystone

Es hätte so schön sein können: Bei strahlendem Sonnenschein feierten am vergangenen Samstag rund 900'000 Raver in friedlicher Stimmung die diesjährige Ausgabe der Street Parade. Doch plötzlich bricht Panik in der Menge aus: Rauchwolken von Pfeffersprays steigen empor. Während die Betroffenen abgelenkt sind, werden ihnen Wertgegenstände wie Schmuck oder Handys vom Körper gerissen.

Inzwischen sind bei der Polizei mehr als 120 Anzeigen wegen Entreissdiebstählen und Raubstraftaten eingegangen – zehnmal mehr als noch vergangenes Jahr. Da die Zürcher Stadtpolizei mit massiv mehr Personal vor Ort war, konnten sie 19 Diebe verhaften. Medienchef Marco Cortesi sagt gegenüber "TeleZüri": "Wenn man die Statistiken betrachtet, ist etwas besonders auffällig: Unter den festgenommenen Dieben befinden sich hauptsächlich Personen, welche aus Italien oder Marokko stammen." Vereinzelt seien sie auch aus Rumänien und Algerien angereist.

Organisierte Gaunergruppen aus dem Ausland

Obwohl bereits seit Tagen ermittelt wird, könne noch nicht abschliessend gesagt werden, ob es sich bei den Tätern um eine Bande von Kriminaltouristen handelt. Ganz anders sieht das Joel Meier, Ok-Präsident der Street Parade: Für ihn ist klar, dass organisierte Diebesbanden am Werk waren. Seit drei Jahren kommen vermehrt organisierte Gaunergruppen aus dem Ausland an die Street Parade, so Meier. Vor zwei Jahren seien es Franzosen, vergangenes Jahr Rumänen gewesen, welche Handys geklaut haben.

"Es ist sicher kein Zufall, wenn am Schluss alle Handys in demselben Land landen", ist er überzeugt. Das seien keine Einzeltäter, sondern stecke jemand dahinter, welcher diese Banden organisieren würde. Auch die Pfeffersprayattacke sei geplant gewesen.

Zehn Täter hat die Polizei der Staatsanwaltschaft übergeben. Sie sitzen immer noch im Gefängnis. Laut Cortesi ist nun vor allem der Einsatz von Dolmetschern wichtig, um die Leute befragen zu können.