Bahnhof Altstetten

Zank um die Anbindung an die Limmattalbahn am Bahnhof Altstetten

Soll gemäss VBZ am Lindenplatz rechts Richtung Bahnhof abbiegen: Der 2er mit neuer Linienführung.

Soll gemäss VBZ am Lindenplatz rechts Richtung Bahnhof abbiegen: Der 2er mit neuer Linienführung.

Der Bahnhof Altstetten wächst, das Drumherum gedeiht. In Entwicklungsgebiet im äussersten Westen Zürichs entsteht in den nächsten Jahren ein neuer Stadtkern.

Laut Stadtrat werden in rund 15 Jahren 80 Prozent mehr Reisende den Bahnhof nutzen. Doch auf seiner südlichen Hauptflanke ist der Bahnhof nicht mit dem Tramnetz verbunden. Wer auf den 2er umsteigen will, muss einen Marsch Richtung Lindenplatz unter die Füsse nehmen oder darauf hoffen, dass ein Bus in diese Richtung fährt.

Mit der Eröffnung der Limmattalbahn 2019 soll dies anders werden. Die bisherige Linienführung des Trams entlang der Badenerstrasse soll aufgehoben werden. Laut Plänen biegt der geplante neue 2er stadtauswärts am Lindenplatz rechts ab und bedient den Bahnhof Altstetten. Danach fährt er auf den Gleisen der Limmattalbahn zum Farbhof weiter.

Eine einzige Haltestelle soll dafür aufgehoben werden, zwischen Lindenplatz und Farbhof. Eine Haltestelle, an der das Gewerbe und ein grosser Teil der Quartierbevölkerung hängen. Sie reichten eine Petition mit 6000 Unterschriften ein. Und am 8. Januar behandelte der Zürcher Gemeinderat eine SP-Motion, die einen Verzicht auf die neue Linienführung forderte. 92 Parlamentarier stimmten dafür, einzig die Grünliberalen waren geschlossen dagegen, die Grünen enthielten sich.

Kantonsrat unterstützt neue Linienführung

Gestern nun behandelte der Kantonsrat die ZVV-Ausbaustrategie – eine Art Aufgabenheft für den Zürcher Verkehrsverbund. Unter anderen erwähnt ist die Limmattalbahn inklusive der neuen Linienführung des 2er-Trams. Eine Minderheit unter Führung der SVP hat in der vorberatenden Kommission deren Streichung beantragt. Sie wollte verhindern, dass die bisherige Linienführung des 2ers aufgegeben wird.

Doch die SP, die auf städtischer Ebene die neue Linienführung bekämpft, unterstützte sie im Kantonsrat. Einzig ein paar Stadtzürcher Genossen enthielten sich. Wortführer der Gegnerschaft war SVP-Exponent Lorenz Habicher. Er fände es falsch, wenn der Kanton nun gegen den Willen des städtischen Gemeinderats auf die Umsetzung beharren würde. Doch das stimmt nicht ganz: Die Stadt kann von sich aus die bisherige Linienführung beibehalten. Ob der Stadtrat dem Gemeinderat Gehorsam leistet, wird sich allerdings erst zeigen.

Verzögerung bei Limmattalbahn?

Problematisch ist die Diskussion, weil das Projekt erstens bereits fortgeschritten ist und zweitens mit der Limmattalbahn verknüpft ist. So sollten Passagiere aus Dietikon und Schlieren am Bahnhof Altstetten umsteigen. Andreas Wolff (Grüne, Dietikon) warnte: «Das ist ein gemeinsames Projekt, das nicht auseinandergerissen werden kann». Er befürchtet, dass der Start der Limmattalbahn um zwei Jahre verschoben werden müsste, falls der 2er bleibt, wo er ist. Unterstützung erhielt von allen Parteien mit Ausnahme von SVP, EDU und BDP.

Die Entscheidung liegt nun bei der Stadt Zürich. Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) will jedenfalls beim Bau der Limmattalbahn keine Verzögerung hinnehmen.

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