Interview

Wolff: «Die Autonome Schule Zürich hat meine volle Unterstützung»

Zürichs Polizeivorsteher Richard Wolff. (Archiv)

Zürichs Polizeivorsteher Richard Wolff. (Archiv)

Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) stellt sich hinter die Autonome Schule Zürich (ASZ). Er findet, Schülerinnen und Schüler der ASZ sollen ohne Angst vor Polizeikontrollen zur Schule gehen können.

Herr Wolff, die Autonome Schule Zürich (ASZ) kritisiert, dass die Polizei im Umfeld der Schule fast täglich Kontrollen durchführt, sodass Schüler aus Angst nicht mehr in die Schule kämen. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?

Richard Wolff: Ich bin sehr erstaunt und überrascht über die Vorwürfe. Wir haben vor einem Jahr Gespräche mit Vertretern der ASZ geführt und die besonderen Rahmenbedingungen der ASZ besprochen. Wir haben auch eine Kontaktperson bei der Polizei bezeichnet, an die sich Vertreter der ASZ wenden können, wenn es Konflikte gibt. Ich muss noch abklären, was da an Kontakten gelaufen ist. Es ist uns ein Anliegen, dass die Schülerinnen und Schüler ganz normal zur Schule gehen können, ohne Angst vor Polizeikontrollen.

Dass Sie als AL-Stadtrat diese Haltung vertreten, war anzunehmen. Das nährt den Verdacht, dass die Polizei macht, was sie will – egal, was der Vorsteher des Polizeidepartements will …

Wie gesagt, wir müssen abklären, was da gelaufen ist. Wenn es nicht in meinem Sinn und Geist gelaufen ist, werde ich dem Nachdruck verleihen.

In der ASZ lernen Sans-Papiers und Flüchtlinge Deutsch. Welchen Rückhalt hat diese Schule im Zürcher Stadtrat?

Beim Stadtrat hat sie den nötigen Rückhalt, und natürlich auch bei mir. Sans-Papiers haben wir sowieso in der Schweiz. Es geht darum, dass wir einen menschlichen Umgang mit ihnen pflegen und dass sie in die Schule gehen können. Das Recht auf Bildung gilt für alle Menschen, egal, was sie für einen Aufenthaltsstatus
haben.

Trotzdem: Sans-Papiers leben in einer rechtlichen Grauzone. Es sind Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung. Wie weit soll die Toleranz gegenüber Sans-Papiers gehen, und wo liegen die Grenzen dieser Toleranz?

Die ASZ ist ein schönes Beispiel dafür. Auch wenn diese Menschen nicht die richtigen Papiere haben, müssen sie Zugang zu Bildung haben.

Werden Sie sich folglich dafür einsetzen, dass die ASZ weiter bestehen kann und dass ihre Schülerinnen und Schüler ohne Angst vor der Polizei zur Schule gehen können?

Dafür werde ich mich auf jeden Fall einsetzen. Die ASZ hat meine volle Unterstützung.

Meistgesehen

Artboard 1