Während der Anteil leer stehender Wohnungen in der Stadt Zürich bei verschwindend geringen 0,2 Prozent liegt, zeigt sich bei Büroflächen schon lange ein anderes Bild: Aktuell sind rund 5 Prozent nicht vermietet.

Dass dieser Anteil in den nächsten Jahren deutlich sinken wird, ist gemäss einer Studie des Dienstleistungs- und Beratungsunternehmens Jones Lang La-Salle (JLL) unwahrscheinlich. Je nach wirtschaftlicher Entwicklung könnten die Leerstände sogar noch deutlich ansteigen.

Einige Annahmen der Studie müssten wohl bereits schon wieder überarbeitet werden. «Die Nationalbank hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht», sagte Martin Bernhard, Leiter Research bei JLL in Zürich. So geht die Studie beispielsweise von einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent im laufenden und von 2 Prozent im kommenden Jahr aus.

Nach der Aufhebung des Euromindestkurses durch die schweizerische Nationalbank mussten diese Prognosen nach unten korrigiert werden – was sich auch auf die zu erwartende Nachfrage nach Büroflächen negativ auswirkt. Laut Bernhard erschüttert dies die Kernaussagen der Studie aber nicht.

Nach dem Boom in den vergangenen zwei Jahrzehnten geht die Studie grundsätzlich von einem langsameren Wachstum auf dem Büroimmobilienmarkt aus. Dies unter anderem deshalb, weil die Anzahl der Beschäftigten in der Region Zürich weniger stark steigen wird. Dafür wiederum gibt es – nebst den erwähnten schwächeren Konjunkturerwartungen – verschiedene Anzeichen, etwa die Demografie. In den nächsten zehn Jahren werden mehr Arbeitnehmer aus den geburtenstarken Jahrgängen pensioniert als jüngere Menschen nachrücken. Gleichzeitig dürfte die Zuwanderung im Vergleich zu den Vorjahren geringer ausfallen.

Positive und negative Szenarien

Die Studie erwartet in ihrem Hauptszenario einen Anstieg der leer stehenden Büroflächen von heute 5 Prozent auf fast 8 Prozent bis 2025. Im positiven Szenario – wenn also die Wirtschaftsentwicklung gut verläuft – würde sich die Leerstandsquote weiterhin mehr oder weniger auf heutigem Niveau bewegen. Im Negativszenario schliesslich könnte sie auf über 8 Prozent steigen.