Zürich
"Wir fordern mehr Hirnschmalz für Herrn Lehman"

Der Basler CVP-Nationalrat Markus Lehman bemängelt die wegen unordentlich parkierten Velos "anarchistischen Zustände" am Bahnhof. Er fordert für Velofahrer ein Register und Kostenbeteiligung. Pro Velo Kanton Zürich stösst das sauer auf.

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Ein solches Bild wie beim Bahnhofausgang Gundeldingen soll vermieden werden.

Ein solches Bild wie beim Bahnhofausgang Gundeldingen soll vermieden werden.

Sarah Serafini

Velofahrer sollen laut CVP-Nationalrat Lehman eine Velosteuer bezahlen und sich an den Kosten der Strasseninfrastruktur beteiligen. Darüber ärgert sich der Verein Pro Velo Zürich so sehr, dass er "mehr Hirnschmalz für Herrn Lehmann" fordere, wie der Verein in einer Medienmitteilung schreibt.

Erstens dürfe man sein Velo praktisch überall abstellen, solange auf dem Trottoir mindestens 1,5 Meter Durchgangsbreite frei bleibe. Über die Ästhetik des dabei entstehenden Bildes stehe in Gesetzen und Verordnungen nichts. Velos, die an wirklich dummen Orten stehen, etwa auf den Führungslinien für Sehbehindert, könne man auch heute schon- ohne Velonummer- entfernen.

Zweitens beteiligen sich Velofahrer genauso wie andere Verkehrsteilnehmer an den Infrastrukturkosten- Die kommunalen Strassen, auf denen Velos üblicherweise verkehren, werden nämlich über die allgemeinen Steuermittel finanziert.

Drittens liege die von Lehman benannte "Velo-Anarchie" vor allem den fehlenden Abstellplätzen. Deshalb solle man in mehr Abstellplätze investieren und damit die Ursache des Problems bekämpfen.

Die Forderung nach einem Register und einer Velonummer sei aber richtig. Und zwar weil heute kaum ein gestohlenes Velo wieder zu seinem Besitzer zurückfinde. (fwa)