Regensdorf
"Wir brauchen eine Füllung jährlich": Wasser für künstlichen Surf-See soll aus der Limmat kommen

Das Wasser für den geplanten künstlich angelegten Surf-See in Regensdorf im Zürcher Unterland soll aus der Limmat bezogen werden. Ein Anzapfen des Grundwassers im Furttal steht ausser Frage.

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So soll der künstliche Surf-Park einst aussehen.

So soll der künstliche Surf-Park einst aussehen.

Visualisierung/Waveup

Schweizer Surfer sollen ab 2020 auf einem künstlich angelegten See in Regensdorf bei Zürich Wellen reiten können. Eine vergleichbare Anlage gibt es bislang weltweit nur in Wales. Das 300 mal 80 Meter grosse Wasserbecken soll neben der Sportanlage Wisacher gebaut werden.

Die Wasserversorgung des künstlichen Sees gab zu reden. Im Juni hiess es in Medienberichten, der See würde mit Grundwasser gespiesen, das beständig aus einer benachbarten Kiesgrube abgepumpt werden müsse. Deshalb haben die Kantonsräte Beat Huber (SVP, Buchs) und Robert Brunner (Grüne, Steinmaur) eine Anfrage an den Regierungsrat gestellt.

In der Antwort, die der Regierungsrat am Donnerstag versandt hat, steht zusammengefasst, dass der Verein Waveup seinen Surf-See nicht mit Grundwasser füllen und beim Bau des Beckens der Grundwasserspiegel in fünf bis neun Metern Tiefe nicht verletzt werden dürfe.

Aus dem Grundwasserstrom des Furttals wird laut Regierungsrat heute schon so viel Wasser gefördert, dass mehrere Bäche zu wenig Wasser führen. Das Problem ist so gravierend, dass ein Projekt zur Wasserbeschaffung aus der Limmat vorangetrieben wird.

Der künstliche See ist laut Regierungsrat im regionalen Richtplan vorgesehen. Pascal Brotzer, Vereinspräsident von Waveup, sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass die in der Antwort des Regierungsrats genannten Einschränkungen keine Gefährdung des Projekts darstellten.

Die Surfer haben bei den Furttaler Landwirten vorgesprochen, die als Gruppe Wasser aus der Limmat beziehen möchten. Brotzer sagte, der Irrtum sei ausgeräumt, dass Waveup Grundwasser nutzen wolle. Vielmehr habe man sich mit der Gruppe darauf geeinigt, dass die Surfer auch Limmatwasser für ihren künstlichen See erhalten.

"Wir brauchen eine Füllung jährlich", sagte Brotzer am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Den Fülltermin könne man auf eine Zeit legen, in der die Gemüsebauern im Tal keinen erhöhten Wasserbedarf haben.

Das Wasser wird im Becken nicht mit Chemikalien versetzt und stellt beim Ablassen keine Gefahr für die Umwelt dar. Für Brotzer logisch, denn: "Wir Surfer sind sehr naturverbunden." Ablagerungen am Boden des Beckens, könnte man allenfalls mit Putzrobotern beikommen.

Der Grundwasserspiegel, der im Furttal oberflächennah verläuft, wird gemäss Projekt auch nicht angetastet: "Unser Becken ist eineinhalb Meter tief, an einer Stelle zwei Meter", sagte Brotzer.

Derzeit befindet sich der Surf-See in der Umweltverträglichkeitsprüfung. Zeitgleich laufen Gespräche mit den Vereinen, welche die benachbarte Sportanlage Wisacher nutzen: Im Bereich der Surfanlage könnten Sportgeräte oder eine Finnenbahn angelegt werden.

Die Gemeinde Regensdorf steht dem Projekt wohlwollend gegenüber. Kürzlich hat sich der Verein Waveup auch mit Furttaler Kantonsräten zu einem guten Gespräch getroffen, wie Brotzer sagte.