Projektstopp

Winterthurer Theater muss doch nicht dem Kongresshotel weichen

Das über 30 Jahre alte Theatergebäude wird nicht durch einen Neubau ersetzt.

Das über 30 Jahre alte Theatergebäude wird nicht durch einen Neubau ersetzt.

Das Winterthurer Theatergebäude soll nun doch nur saniert werden. Der Stadtrat verfolgt die «Vision Theater Plus» nicht weiter, welche den Neubau eines modernen Theaters mit Kongresszentrum und Hotel vorsah. Ein Festhalten an der Vision lasse sich «weder sach- noch finanzpolitisch rechtfertigen».

Die Situation habe sich entschärft, hält der Stadtrat in einer Medienmitteilung vom Freitag fest. Denn die Sanierung des bestehenden Theatergebäudes dürfte weniger kosten als ursprünglich befürchtet.

Der Sanierungsbedarf wurde in einem "reduzierten Massnahmenkatalog" von rund 40 Millionen Franken auf 9 Millionen Franken bis ins Jahr 2020 heruntergesetzt.

Die Idee der "Vision Theater Plus" wurde wegen dieser anstehenden Sanierung entwickelt. Die Standortförderung Region Winterthur, die Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur sowie Winterthur Tourismus regten an, statt der teuren Sanierung am selben Standort ein neues Theater mit Kongresshotel und Wohnungen zu errichten.

Das Theatergebäude des Architekten Franz Krayenbühl aus dem Jahr 1979 befindet sich jedoch im Inventar der schützenswerten Bauten. Die Chancen sind gemäss ersten Abklärungen des Stadtrates gering, dass ein Neubau überhaupt möglich wäre. Zudem habe sich eine "namhafte Gegnerschaft" gegen den Abriss formiert.

Das Projekt liesse sich nur weiter vorantreiben, wenn hohe finanzielle und personelle Ressourcen aufgewendet würden, schreibt der Stadtrat. Dies sei aber mit Rücksicht auf die knappen finanziellen Mittel des Stadthaushaltes nicht angezeigt.

Der Theaterverein Winterthur ist froh, dass die "gut zweijährige Diskussion über einen möglichen Abriss unseres Theaters beendet ist", wie er in einer Mitteilung schreibt.

Nun könnten die Energien gebündelt werden, um das Haus in eine gesicherte Zukunft zu führen. "Dazu gehören die notwendigen Unterhalts- und Sanierungsmassnahmen am Gebäude." Aber auch die anstehende Auslagerung des Betriebes in eine gemeinnützige Trägerschaft.

Die Initianten, welche die Vision "Theater Plus" lanciert hatten, bedauern den Stadtratsentscheid. Die Standortförderung Region Winterthur, die Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur sowie Winterthur Tourismus zeigen aber Verständnis und sehen davon ab, ihre Projektidee aktiv weiterzuverfolgen.

Sie wollen die Diskussion aber zu gegebener Zeit weiterführen: "Schliesslich soll auch für künftige Ideen, Projekte und die nachkommenden Generationen eine spannende, attraktive und gut gerüstete Infrastruktur für Eventveranstaltungen bereit stehen."

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