Gewalt

Winterthurer Schachtdeckel-Werfer kommt vor Obergericht

Der Beschuldigte wollte das Urteil nicht akzeptieren, weshalb der Fall nun vor Obergericht kommt. (Symbolbild)

Der Beschuldigte wollte das Urteil nicht akzeptieren, weshalb der Fall nun vor Obergericht kommt. (Symbolbild)

Weil er von einem Parkhaus aus einen Schachtdeckel auf einen FCZ-Fan warf, muss sich ein heute 23-Jähriger vor dem Zürcher Obergericht verantworten. Das Winterthurer Bezirksgericht hatte ihn wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu eine Freiheitsstrafe von 7 Jahren verurteilt.

Zur Tat kam es im Jahr 2017, nach einem Spiel zwischen dem FC Winterthur und dem FC Zürich. Auf dem Parkdeck über dem Winterthurer Hauptbahnhof löste der angehende Koch einen zwei Kilogramm schweren Schachtdeckel vom Boden und schleuderte ihn in die Tiefe.

Darunter lag das Perron 9, wo gerade die FCZ-Fans in den Extrazug nach Zürich stiegen. Der Schachtdeckel fiel elf Meter tief, direkt auf den Kopf eines heute 31-jährigen FCZ-Fans. Der Sekundarlehrer erlitt einen Schädelbruch und landete auf der Intensivstation.

Das Bezirksgericht Winterthur hatte den Lehrling dafür im Juni 2018 zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren verurteilt. Es folgte damit grösstenteils dem Staatsanwalt, der 9 Jahre gefordert hatte.

Betrunken und mit «Filmriss»

Der Beschuldigte wollte das Urteil nicht akzeptieren, weshalb der Fall nun vor Obergericht kommt. Er argumentierte, dass er vollkommen betrunken gewesen sei und sogar einen «Filmriss» gehabt habe.

Sollte er irgendwann finanziell besser dastehen, dürfte seine Tat noch ziemlich teuer werden. Opfer und Versicherung fordern Schadenersatz und Genugtuung.

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