Filmfestival
Winterthurer Kurzfilmtage blicken in den Norden und zurück

Stumm einfahrende Züge, eine auf einem Trampolin springende Finnin, die Geschichte einer umstrittenen Phallus-Skulptur: Die 20. Kurzfilmtage Winterthur blicken vom 8. bis 13 November insgesamt 237 Mal aus verschiedenen Perspektiven in den Norden, nach Kolumbien oder zurück.

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Insgesamt werden an den internationalen Kurzfilmtagen 237 Filme präsentiert. (Symbolbild)

Insgesamt werden an den internationalen Kurzfilmtagen 237 Filme präsentiert. (Symbolbild)

Keystone

Zum Jubiläum "20 Jahre Kurzfilmtage" laden die Veranstalter am 12. November zu einem besonderen "CinéConcert": Rund 45 Mitglieder des Musikkollegiums Winterthur werden ein Stummfilmprogramm mit Musik des Berliner Filmkappellmeisters Bernard Homola (1894-1975) live begleiten.

Gezeigt werden dabei unter dem Motto "fascination ferrique" verschiedene frühe Bahn-Aufnahmen, wie die Veranstalter bei der Programmvorstellung am Dienstag in Zürich mitteilten. Mehrere der alten Filmperlen zeigen in Bahnhöfe einfahrende Züge, wie etwa die Aufnahmen der Gebrüder Lumière von 1897.

237 Kurzfilme aus aller Welt

Insgesamt werden an den internationalen Kurzfilmtagen 237 Filme präsentiert. "Wir verzeichnen weiterhin eine Zunahme der Eingaben aus aller Welt", wird der kaufmännische Leiter Remo Longhi in einer Medienmitteilung zitiert. Dies sei ein deutlicher Hinweis auf die internationale Relevanz des Festivals.

Ihren "grossen Fokus" legen die Veranstalter dieses Jahr auf die nordischen Länder. Politisch sei dies nicht das brisanteste Thema, sagte der künstlerische Leiter John Canciani, der im vergangenen Jahr den arabischen Raum ins Zentrum der Veranstaltung gestellt hatte.

Inhaltlich seien diese Filme, die angesichts der bekannten Erzähltradition der skandinavischen Länder vermehrt im fiktionalen Bereich liegen, aber äussert aktuell. Canciani verwies unter anderem auf sozialpolitische Themen wie die weit fortgeschrittene Genderdiskussion.

Als "Land im Fokus" steht in Winterthur in diesem Jahr Kolumbien. Als "Person im Fokus" ist die junge portugiesische Filmemacherin und Künstlerin Salomé Lamas eingeladen worden.

Starke Dokus und eigenwillige Filme

Im internationalen Wettbewerb stehen 40 Filme, im Schweizer Wettbewerb 14. Canciani sprach von "starken Wettbewerben". Bei den Schweizer Werken würden nach wie vor die Dokumentarfilme eine tragende Rolle einnehmen. Interessant seien aber auch die fiktionalen Filme, die internationales Flair hätten: "Sie bestechen und Eigenwilligkeit und starke filmische Visionen."

In weiteren thematischen Programmen widmen sich die Winterthurer Kurzfilmtage unter anderem der "offiziellen Schweiz" mit Beiträgen aus der "Schweizer Filmwochenschau". Zwei Programme unter dem Titel "Post Internet" thematisieren die Beziehung zum alltäglichen Internet.

Während des Festivals werden rund 650 Personen aus der nationalen und internationalen Filmbranche erwartet. Die Veranstalter rechnen mit 17'000 Eintritten in den vier Spielstätten im Casinotheater, Theater Winterthur, im Kino Cameo und in der Alten Kaserne.