Einnahmequelle
Winterthur will die Solothurner Steuererklärungen einscannen

Die Stadt Winterthur sucht nach neuen Einnahmequellen: Sie will künftig auch noch die Steuererklärungen des Kantons Solothurn einscannen. Erhält Winterthur diesen Auftrag, müsste aber zuerst das bestehende Scan-Center ausgebaut werden.

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Seit Jahren lässt der Kanton Solothurn alle Steuererklärungen im zürcherischen Urdorf einscannen. Jetzt möchte die Stadt Winterthur, welche bereits rund 370'000 Steuererklärungen aus 111 Zürcher Gemeinden scannt, dies übernehmen. (Archiv)

Seit Jahren lässt der Kanton Solothurn alle Steuererklärungen im zürcherischen Urdorf einscannen. Jetzt möchte die Stadt Winterthur, welche bereits rund 370'000 Steuererklärungen aus 111 Zürcher Gemeinden scannt, dies übernehmen. (Archiv)

Keystone

Bisher wurden die Steuererklärungen aus dem Kanton Solothurn von der US-Tochterfirma RR Donnelley im zürcherischen Urdorf digitalisiert. Das sorgte 2013 und in den Folgejahren für einigen Aufruhr.

Per öffentliche Ausschreibung suchte der Kanton nun für 2018 und mindestens für die kommenden 5 Jahre einen neuen Scanning-Provider. Die Frist für eine Bewerbung ist Anfang Mai abgelaufen.

Ausschreibung

Für eine Bewerbung als Scanning-Provider, die von Anfang März bis Anfang Mai 2017 lief, waren auch ausländische Firmen zugelassen.

Die Ausschreibung hat den Zweck, aufzuzeigen, wie teuer ein auswärtiges Scannen der Daten kommen würde. Laut Regionaljournal Aargau-Solothurn will die Verwaltung dem Kantonsrat folgende drei Varianten vorlegen:

- Die Daten werden in einer auswärtigen Firma gescannt

- Eine Firma scannt die Daten in den Räumlichkeiten der Kantonsverwaltung

- Der Kanton baut ein eigenes Scanning-Center auf

Interesse zeigt die Stadt Winterthur, die bereits heute als Scanning-Dienstleister aktiv ist: Momentan verarbeitet diese Abteilung des Steueramtes rund 370'000 Steuererklärungen aus 111 Zürcher Gemeinden. Dabei werden digitale Bilder der Steuerunterlagen erstellt und die Daten elektronisch erfasst.

185'000 zusätzliche Steuererklärungen

Die Stadt will nun auch noch die 185'000 Steuererklärungen des Kantons Solothurn einscannen. Wie sie am Donnerstag mitteilte, nimmt sie an der Ausschreibung teil. Pro Jahr würde die Stadt damit 234'000 Franken verdienen.

Erhält Winterthur den Zuschlag, müsste die Stadt zuerst aber noch zusätzliche Hard- und Software anschaffen. Zudem müsste eine Projektleitung eingestellt werden. Diese Investitionskosten betragen gemäss Angaben der Stadt 576'000 Franken.

Darüber entscheiden muss das Stadtparlament. Weil der Auftrag des Kantons Solothurn auf mindestens fünf Jahre angelegt ist, würde Winterthur aber trotz Anfangs-Investitionen Geld verdienen. (sda/ldu)