Die Sozialausgaben haben in der Stadt Winterthur einen neuen Höchstwert erreicht: 111,11 Millionen Franken gab die Stadt im vergangenen Jahr für Sozialhilfe und Zusatzleistungen aus. Nun lässt die Stadt überprüfen, wie sie den Anstieg der Kosten beeinflussen könnte. Seit Jahren steigen die Sozialkosten in Winterthur kontinuierlich an. Bereits vor zwei Jahren wurde die 100-Millionen-Marke überschritten. Jetzt liegen die Kosten bereits 11 Millionen darüber, wie aus einer Mitteilung der Stadt von gestern hervorgeht.

51,1 Millionen gab die Stadt im vergangenen Jahr für die Sozialhilfe aus, das sind rund 4 Millionen mehr als 2013. Für Zusatzleistungen, mehrheitlich Zuschüsse für Seniorinnen, richtete die Stadt unter dem Strich 49,86 Millionen Franken aus. Dieser Betrag wäre noch höher, würden sich Bund und Kanton nicht beteiligen.

Sozialhilfe an jedes zehnte Kind

Angestiegen ist auch die Zahl der Betroffenen: 8600 Haushalte mussten mindestens einmal von der Stadt unterstützt werden. Jede 20. Person erhielt Geld von der Sozialhilfe. Bei den Kindern war sogar jedes zehnte auf die Hilfe der Stadt angewiesen.

Die Stadt will dieser Entwicklung nicht weiter zusehen. Es werde jetzt geprüft, ob mit einer intensiveren Beratung in den ersten Monaten eine höhere Ablösequote erreicht werden könnte.

Denn die Chance, den Ausstieg aus der Sozialhilfe zu schaffen, sei am Anfang des Bezuges am grössten. Bis 2017 läuft deshalb eine entsprechende Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Eine weitere externe Studie soll aufzeigen, wie die Stadt darüber hinaus Einfluss auf die Sozialkosten nehmen könnte. Ergebnisse dieser Abklärungen sind 2016 zu erwarten.(sda)