Sozialkosten
Winterthur soll mehr teure Wohnungen bauen, um mehr Steuern einzunehmen

Die Stadt Winterthur hat einen externen Bericht in Auftrag gegeben, der Wege aus der Sozialhilfe-Schieflage aufzeigen soll.

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Winterthur soll mehr teure Wohnungen bauen, um mehr Steuern einzunehmen. (Archiv)

Winterthur soll mehr teure Wohnungen bauen, um mehr Steuern einzunehmen. (Archiv)

Jakob Blattmann/Anton Scheiwiller/Kurt Huber

Einer der Vorschläge dürfte für Diskussionen sorgen: Die Fachleute empfehlen, noch mehr teure Wohnungen zu bauen, um mehr Steuern einzunehmen.

Die Fachleute des Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS kamen zum Schluss, dass die Stadt Winterthur Wohnangebote für mittlere und höhere Einkommensklassen fördern muss.

Mit einer Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung könnten mehr Steuern eingenommen werden.

Das Stadtrat will den Vorschlag prüfen, wie er in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Die anderen Vorschläge, welche die Berater der Stadt mit auf den Weg geben, sind nichts Neues: Die Stadt müsse darauf hinarbeiten, dass die Soziallasten innerhalb des Kantons anders verteilt würden - was der Stadtrat ohnehin bereits fordert.

Weiter empfehlen die externen Fachleute, dass Winterthur Angebote aufbaue, die einen Gang zum Sozialamt gar nicht erst nötig machten.

Menschen müssten aus prekären Lebenslagen herausfinden, bevor sie überhaupt auf Unterstützung angewiesen seien. Solche Angebote würden jedoch zuerst einmal Geld kosten.

Neuer Höchstwert für Sozialkosten

Der Stadtrat liess den externen Bericht anfertigen, weil das Stadtparlament dies in einem Postulat forderte. Die Sozialkosten in Winterthur haben im Jahr 2014 einen neuen Höchstwert erreicht.

Rund 111 Millionen Franken gab die Stadt für Sozialhilfe und Zusatzleistungen aus. 8600 Haushalte mussten mindestens einmal von der Stadt unterstützt werden. Jede 20. Person erhielt Geld von der Sozialhilfe. Die Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor.

Die Berater betonen in ihrem Bericht aber, dass Winterthur im Vergleich zu anderen Städten kein Sonderfall sei. Für eine Skandalisierung gebe es keinen Grund.

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