Gewaltprävention
Winterthur schafft eine Extremismus-Fachstelle - wegen jungen Jihad-Reisenden

Die Stadt Winterthur ist in den vergangenen Monaten mehrmals wegen jungen Jihad-Reisenden in die Schlagzeilen geraten: Nun will der Stadtrat eine Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention schaffen.

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Viele Junge aus dem Raum Winterthur reisten in den Jihad - die Stadt will dies nun mit einer Fachstelle für Extremismus verhindern.

Viele Junge aus dem Raum Winterthur reisten in den Jihad - die Stadt will dies nun mit einer Fachstelle für Extremismus verhindern.

Keystone

Die neue Fachstelle soll einerseits der Bevölkerung als "niederschwellige Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Themen Radikalisierung und extremistische Gewalt" dienen, teilte der Stadtrat am Dienstag mit. Andererseits soll sie innerhalb der Stadtverwaltung "den fachlichen Lead in dieser Thematik" übernehmen.

Die Winterthurer Fachstelle orientiert sich an der Fachstelle für Gewaltprävention der Stadt Zürich. Sie wird bei den Sozialen Diensten angesiedelt und ist vorerst bis Ende 2018 befristet.

Wie der Stadtrat in seiner Mitteilung schreibt, ist vom Phänomen der Dschihad-Reisenden auch Winterthur betroffen. Die Zuständigkeiten seien dabei klar geregelt: "Im Bereich Sicherheit liegt die Hauptverantwortung beim Kanton und beim Bund." Die Winterthurer Stadtpolizei unterstützte die übergeordneten Organe.

Im Bereich der Prävention verfüge die Stadt hingegen über weit grössere Handlungsmöglichkeiten: "Im Zentrum der Bemühungen der Stadt Winterthur steht, ihre Fachpersonen an der Basis für den professionellen Umgang mit der Problematik zu stärken." Diese sollen bei Verdachtsfällen adäquat regieren können.

Kürzlich fanden deshalb auch Workshops zum Thema "dschihadistische Radikalisierung" statt. Rund 200 Lehrer, Schulsozialarbeiter, Jugendarbeiter sowie Mitarbeiter aus den Bereichen Berufsvorbereitung und Arbeitsintegration haben daran teilgenommen.

Wie die Stadt festhält, sind weitere Massnahmen für eine verstärkte Prävention gegen dschihadistische Radikalisierungen derzeit in Prüfung. Diese seien aber noch nicht spruchreif.

Winterthur war in jüngster Zeit immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil schon mehrere junge Menschen aus der Stadt nach Syrien gereist sind und sich dem IS angeschlossen haben.