Gefängnisausbruch Limmattal
Wieso nur Angela bestraft wird, wenn das flüchtige Paar gefasst wird

Werden Hassan und Angela auf der Flucht gefasst, würde nur sie für die Flucht bestraft werden. Wenn kein Schaden bei einem Gefängnisausbruch entsteht, hat das für den geflüchteten Sträfling keine strafrechtlichen Folgen. Dies soll in Zukunft auch so bleiben.

Merken
Drucken
Teilen
Wieso nur die Angela bestraft wird, wenn das flüchtige Paar gefasst wird.

Wieso nur die Angela bestraft wird, wenn das flüchtige Paar gefasst wird.

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Mit seinem Ausbruch aus der Vollzugsanstalt Limmattal hat sich der 27-jährige Syrer Hassan Kiko laut Schweizer Recht nicht strafbar gemacht, da er keinerlei Sach- oder Personenschaden angerichtet hat, wie Jessica Maise vom Zürcher Amt für Justizvollzug dem „Tages-Anzeiger“ bestätigt. Wird das flüchtende Paar gefasst, müsste Kiko nur seine bestehende Strafe absitzen.

Häftlinge machen sich strafbar, wenn sie sich zu einer Meuterei zusammenschliessen und Aufseher angreifen würden.

Dies war bei Kiko nicht der Fall. Dank seiner Fluchthelferin konnte er einfach aus dem Gefängnis spazieren und verletzte dabei niemanden.

Anders ist die Situation bei Angela Magdici, die sich im Falle einer Festnahme vor Gericht verantworten müsste. Für die Befreiung eines Gefangenen sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Geht es nach SVP-Nationalrat Lukas Reimann, soll sich diese Praxis in Zukunft ändern. Er will mit einem Parlamentarischen Vorstoss Gefängnisausbrüche grundsätzlich unter Strafe stellen.

Der Bundesrat schreibt in seiner Antwort auf die Motion von Lukas Reimann vom letzten Juni: Ein solches «Verbot der Selbstbefreiung» stehe «in Widerspruch zum anerkannten Grundsatz, wonach die Selbstbegünstigung an sich nicht strafbar ist».