Dietikon
Wiederanstieg der Fallzahlen: Kein Besuchsverbot, aber zehntägige Quarantäne für Pensionäre

Corona stellt das Alters- und Gesundheitszentrum in Dietikon zurzeit vor grosse Herausforderungen.

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Wenn ein Bewohner des AGZ Dietikon die Feiertage bei Angehörigen verbringt, muss er anschliessend in die Quarantäne.

Wenn ein Bewohner des AGZ Dietikon die Feiertage bei Angehörigen verbringt, muss er anschliessend in die Quarantäne.

Gabriele Heigl

«Wir bitten Sie, Pensionärinnen und Pensionäre nicht zu festlichen Familienessen zu sich nach Hause einzuladen»: In einem Brief an die Angehörigen von Bewohnern des Alters- und Gesundheitszentrums (AGZ) in Dietikon ruft dessen Pflegeleitung dazu auf, über die Festtage vorsichtig zu sein. Es sei wichtig, weitere Ansteckungen mit dem Coronavirus zu verhindern. Im AGZ habe es seit letztem Monat wieder vermehrt Infektionen und auch Todesfälle gegeben, steht im Brief. Dieser liegt der «Limmattaler Zeitung» vor.

Falls ein Bewohner dennoch über die Feiertage bei Angehörigen verweilt oder dort gar übernachtet, müsse er danach im AGZ zehn Tage in Quarantäne verbringen, schreibt die Pflegeleitung. Zusätzlich würden Kosten für den Essensservice anfallen. Dass diese Regelung umstritten ist, zeigt ein E-Mail aus dem Umfeld einer Pensionärin an die Redaktion der «Limmattaler Zeitung»: Die Bewohner des AGZ würden dadurch gezwungen, zuhause zu bleiben. «Die Pensionäre möchten die angedrohten Massnahmen natürlich verhindern. Eine Feier im bescheidenen Rahmen wird somit faktisch verboten», schreibt ein Verwandter einer Pensionärin.

Andreas Schlauch, Gesamtleiter des AGZ und Mitunterzeichner des Informationsbriefs, verteidigt die Massnahmen: «Unser Auftrag ist, die Schwächsten zu schützen. Insbesondere jene, die im kollektiven Haushalt eines Heimes Schutz suchen.» Kranke und Betagte seien auf Solidarität angewiesen, dafür müssten andere mit ihren Bedürfnissen nun zurückstehen. Das würden diese auch machen, sagt Schlauch. «Das grosse Verständnis für unsere Massnahmen zeigt dies.» Spaziergänge an der frischen Luft, auch mit Angehörigen, seien weiterhin möglich, so Schlauch. Diese würden auch keine Konsequenzen wie zum Beispiel eine Quarantäne nach sich ziehen. Zudem seien Besuche täglich von 14 bis 16 Uhr gestattet. «Es ist ein laufendes Abwägen zwischen Schutz und Freiheit.»