Coronavirus
Wie ermöglichen Metzger auch im Corona-Jahr Fondue chinoise?

Bei Metzgern in der Region Zürich herrscht Ungewissheit bezüglich den Vorweihnachtstagen. Der Gewerbeverband der Stadt kritisiert zudem die Sperrstunde ab 19 Uhr.

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Bei vielen Schweizern an Weihnachten ein Muss: Fondue chinoise.

Bei vielen Schweizern an Weihnachten ein Muss: Fondue chinoise.

Keystone

Es gehört in vielen Schweizer Haushalten zur Weihnachts-Tradition: das Fondue chinoise. Es bleibt auch im Corona-Jahr erlaubt, wenn auch etwas anders als in gewöhnlichen Jahren. Was gleich bleibt, ist, dass das Fonduefleisch frisch aufgeschnitten werden muss. Markus Steiner, ein Metzger aus Birmensdorf, erzählt der «NZZ»: «Der 24. Dezember ist in unserer Branche der Spitzentag im ganzen Jahr.» Er würde gerne das Kundenaufkommen entzerren, indem er einen Abholdienst anbietet. Kunden könnten Fleisch vorbestellen und jeweils am 25. oder 26. Dezember abholen.

Dies wäre schon öfters so gehandhabt worden – nämlich in Jahren, in denen Weihnachten zusammen mit dem Sonntag drei Feiertage bildete. Die neuen Corona-Massnahmen erlauben allerdings keine offenen Geschäfte an Sonn- und Feiertagen. Der Service bleibt diesmal also vermutlich verboten.

Gemäss dem Direktor des Schweizer Fleisch-Fachverband, Ruedi Hadorn, schneiden sogar auch kleine Metzgereien während der Festtage über einhundert Kilo Fleisch. In gewöhnlichen Jahren stehen Kunden vor Metzgereien Schlange, derzeit lassen die Abstandsregeln in den Geschäften noch weniger Platz zu. Hadorn ist der Meinung, dass telefonische Bestellungen, welche die Kunden dann während den Festtagen abholen, das Ansteckungsrisiko minimieren. Zahlungen per Twint oder Rechnung werden mittlerweile von vielen Metzgern akzeptiert.

Sperrstunde sorgt für Kritik

Die Sperrstunde ab 19 Uhr sorgt ebenfalls für Diskussionen: Der Gewerbeverband der Stadt Zürich meint hierbei, dass Angestellte mit fixen Arbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr gezwungen sind, in der übrigen Zeit einzukaufen, was wiederum zu grösseren Menschenansammlungen führt – also genau, was man eigentlich verhindern solle.

Milan Prenosil, Präsident der City-Vereinigung Zürich, rechnet in den Tagen vor Weihnachten nicht mit einem Ansturm auf die Geschäfte – vorausgesetzt bis dann kommt es nicht noch zu weiteren Massnahmen. Auch wenn der Bund sich am Freitag zu neuen Massnahmen äussern wird, hat die Angst vor einem zweiten Lockdown gemäss Prenosil nicht zu einem Ansturm geführt: «Irgendwie scheint dieses Risiko bis jetzt an der Kundschaft vorbeizugehen.»

Kommt es im Detailhandel nicht zu einem Lockdown, werden gewisse Geschäfte früher öffnen, um die Stunde, welche sie am Abend verlieren, wiedergutzumachen. Sowohl Fachgeschäfte, wie auch Warenhäuser tendieren wegen den beschränkten Öffnungszeiten zu niedrigerem Umsatz, so Prenosil. Man ist – wenn man die derzeitigen epidemiologische Entwicklung bedenkt – aber auch dankbar, «dass wir es bis dato nicht mit noch schärferen Auflagen zu tun haben».

Migros und Coop mit verschiedenen Empfehlungen für Kunden

Die Medienstelle von Coop teilt mit, dass das Aufkommen der Kunden sich in normalen Weihnachtszeit-Verhältnissen bewegt. Tendenzen sind zum frühen Morgen und späteren Nachmittag, aber das Aufkommen verteile sich gut über den ganzen Tag. Man hat ab Anfang Dezember Kunden darum gebeten, frühzeitig ihre Weihnachtseinkäufe zu planen und zu Randzeiten durchzuführen.

Die Migros zieht noch keine Bilanz – es ist zu früh für sie. Ihre Mitarbeiter wären in den vergangenen beiden Tagen besonders gefordert gewesen. Dies teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Warenkörbe sind ausserordentlich voll: «Der Aufruf, länger haltbare Produkte sowie Geschenke möglichst frühzeitig zu besorgen, dürfte also Früchte tragen.» Die Migros empfiehlt, dass lediglich eine Person pro Haushalt einkaufen geht und die Einkäufe schwerpunktmässig zu Beginn der Weihnachtswoche erledigt werden.