Die Karte verfügt über Einträge zu Schwimm- oder Deutschkursen, Boxtrainings oder kostenlosen Brunchs. Zudem enthält sie von vielen Zürcher Gemeinden Angaben zu den lokalen Jugendtreffs und deren Angeboten. All diese Informationen sind auf der Website ankommen-zh.ch seit Februar aufgeschaltet. Die Plattform richtet sich an Kinder und Jugendliche im Kanton Zürich mit Fluchthintergrund. Lanciert hat die Website mit Informationen über jugendliche Asylsuchende und einer interaktiven Karte die Kinder- und Jugendförderung okaj des Kantons Zürich. Zudem unterstützen das Projekt die Asylorganisation Zürich (AOZ), der Internationale Sozialdienst, das Jugendrotkreuz und das Hilfswerk Youngcaritas.

Seit die Plattform vor rund drei Monaten online ging, wurden durchschnittlich 200 aktuelle Angebote für Kinder und Jugendliche erfasst. «Pro Woche werden zwischen fünf bis zehn Angebote für die Jugendlichen erfasst», sagt Kirstin Meier, Projektleiterin von ankommen-zh. Primäres Ziel der Plattform ist es, die Sozialarbeiter, die Flüchtlingszentren und die Jugendarbeit miteinander zu vernetzen. «Die Stadt Zürich ist bei der Kinder- und Jugendförderung bereits gut abgedeckt. Deutlich grösserer Bedarf besteht auf Gemeindeebene», sagt Meier.

Und gemäss ihrer Beobachtung zahle sich die Plattform bereits aus. «Wir beobachten, dass die Gemeinden, die vorher keine Angebote für Jugendliche mit Fluchthintergrund angeboten haben, nun langsam aktiv werden.» Meier verweist auf das jüngste Angebot auf der Plattform: Rettungsschwimmerkurse für Jugendliche und Erwachsene in der Gemeinde Rafz im Zürcher Unterland.

Fragen nach der Zuständigkeit

So gibt es mittlerweile auch in den ländlichen Regionen Sportangebote, Deutschkurse in Jugendtreffs, Hausaufgabenhilfe, aber auch Berufsberatung und Computerschulungen. Die Idee für die Plattform sei am regionalen Netzwerktreffen verschiedenster Exponenten aus der Sozial- und Jugendarbeit entstanden. Meier sagt: «Die Fachpersonen forderten mehr Informationen bezüglich der jugendlichen Asylsuchenden, aber vor allem über mögliche Anlaufstellen. Die Jugendarbeit möchte und kann wertvolle und professionelle Ressourcen beisteuern.» Daraus habe sich die Koordination zwischen den beteiligten Partnern ergeben, die mit der Plattform ankommen-zh ein Netzwerk für soziale Integration bereitstellt.

Ob und wie rege die Angebote von Kindern und Jugendlichen mit Fluchthintergrund genutzt wird, darüber haben die Betreiber der Plattform derzeit wenige Informationen. «Wir werden Ende Jahr Umfragen durchführen, um herauszufinden, ob die Angebote die Jugendlichen auch erreichen», sagt Meier.

Grundsätzlich sei vieles derzeit noch ein Ausprobieren und in Entwicklung. Auch die Frage der finanziellen Unterstützung von ankommen-zh durch den Kanton Zürich ist noch nicht abschliessend geklärt. So sagt Meier: «Derzeit finanziert hauptsächlich die kantonale Kinder- und Jugendförderung das Projekt.» Ein Gesuch um kantonale Unterstützung sei bei der Bildungsdirektion hängig. Bei ihrem ersten Anlauf bei der kantonalen Integrationsfachstelle wurde okaj Zürich dahin weiterverwiesen.

Denn derzeit ist nicht abschliessend geklärt, wer für die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Fluchthintergrund zuständig ist. Grundsätzlich besteht eine Leistungsvereinbarung zwischen der okaj Zürich und dem Amt für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich. Meier sagt dazu: «In dieser Sache wünschen wir uns eine Klärung seitens Kanton.»

Dennoch haben die Projektverantwortlichen Grund zur Freude. Das Zürcher Spendenparlament genehmigte den Antrag von okaj Zürich und sprach einen Spendenbetrag von 8000 Franken. Ivica Petrušić, Geschäftsführer von okaj Zürich, sagt: «Diese finanzielle Unterstützung bestätigt für uns, dass die Plattform ein gutes Projekt ist.» Offenbar sei die Bereitschaft, solche Projekte zu tragen, vorhanden. Die Gelder kämen dem gesamten Projekt zu Gute.