Zürich
Widerstand aus Höngg: Anwohner wehren sich gegen die Höhe der Hardturm-Türme

Anwohner aus Höngg haben sich zusammengeschlossen und bilden das Komitee "Gegen den Höhenwahn, aber für das Fussballstadion" - gemäss ihnen werde Zürich mit den beiden 137-Meter-Türme seine Identität verlieren.

Merken
Drucken
Teilen
So soll das Hardturm-Areal in Zürich-West dereinst aussehen: ein Fussballstadion für 18'000 Zuschauer, 174 Genossenschaftswohnungen und zwei Wohn- und Bürotürme mit 600 Wohnungen. (ZVG)

So soll das Hardturm-Areal in Zürich-West dereinst aussehen: ein Fussballstadion für 18'000 Zuschauer, 174 Genossenschaftswohnungen und zwei Wohn- und Bürotürme mit 600 Wohnungen. (ZVG)

HRS REAL ESTATE AG

Auf dem Hardturm-Areal soll in den nächsten Jahren ein Fussballstadion, genossenschaftliche Wohnungen und zwei Hochhäuser entstehen. Werden diese gebaut, bekommt die Stadt Zürich damit zwei neue und vor allem die höchsten Türme.

Gegen die beiden geplanten Hochbauten formiert sich im Quartier Höngg nun Widerstand. Anwohner haben sich zum Komitee "Gegen den Höhenwahn, aber für das Fussballstadion" zusammgenschlossen. Dies berichtet die Lokalzeitung "Zürich-West".

Die Mitglieder des Komitees fordern, dass die Türme nicht höher als 100 Meter in den Zürcher Himmel ragen sollen. "Im Gegensatz zu dem, was die Bauherrschaft sagt, ist der Schattenwurf der Hochhäuser sehr wohl ein Thema, vor allem im Winter", hält der Höngger Architekt Marcel Knörr fest. Zudem seien die Türme auch ökonomisch nicht sinnvoll. Knörr verweist dabei auf die massiven Folgekosten für die Steuerzahler, die diese Wohntürme mit sich bringen würden. Namentlich erwähnt er hier Schulhaus-Neubauten und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

Für die Mitglieder des Komitees geht es primär darum, dem Stadtbild Sorge zu tragen. Gegenüber der Pendlerzeitung "20 Minuten" sagt Knörr: "Dass jetzt ausgerechnet an der Hangkante des Hönggerbergs die höchsten Häuser des Kantons gebaut werden, ist städtebaulich falsch", sagt Knörr. Damit werde das seit Generationen unverwechselbare Stadtbild zerstört. Zürich verliere seine Identität und werde austauschbar, "man wähnt sich bald in Frankfurt oder Berlin". (GIU)