Swiss Moto
Wetter beschert Töff-Fahrern Frühlingsgefühle

Was für die Skiregionen schlecht ist, gefällt dem Motorradhandel: Frühlingshaftes Wetter macht Lust das das Motorrad. Perfektes Timing für die Swiss Moto, die heute eröffnet wird.

Eddy Schambron
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Die neue Ducati Diavel wird auch an der Swiss Moto in Zürich Magnetwirkung haben. ho Die neue Ducati Diavel wird auch an der Swiss Moto in Zürich Magnetwirkung haben. ho

Die neue Ducati Diavel wird auch an der Swiss Moto in Zürich Magnetwirkung haben. ho Die neue Ducati Diavel wird auch an der Swiss Moto in Zürich Magnetwirkung haben. ho

Dabei ist der Motorradhandel nicht ganz ohne Sorgen. Die grossen Boomjahre sind schon seit einiger Zeit vorbei, der Branche fehlt etwas der Nachwuchs. Junge beschäftigen sich in ihrer Freizeit eher mit dem Computer denn mit Motorrädern. Wenn es bei den Jungen zweirädrig sein soll, liegen eher Scooter im Trend. Die Branche legt allerdings die Hände nicht in den Schoss: Neue, günstige Motorräder mit 125- und 250-Kubikzentimeter-Motoren sollen die Jungen wieder vermehrt aufs Zweirad bringen. Wenn es über den «Umweg» Scooter ist, macht das auch nichts: Alle grossen Motorradmarken haben sich schon längst mit Rollern etabliert. Weil der Nachwuchs auf Lifestyle besonderen Wert legt, gibt es auch die passenden Klamotten und Accessoires bei den Händlern.

Lärm ist «out»

Das Gros der Motorradfahrer ist also in die Jahre gekommen. Das widerspiegelt sich auch bei den Fahrzeugen. Sicherheit hat einen grossen Stellenwert erhalten: Antiblockiersysteme gehören – selbst bei Sportmotorrädern – wenn nicht zur Serienausstattung so doch als gern genommene Option ins Angebot. Angesichts der grossen Leistung moderner Motoren sind Traktionskontrollen und andere elek-tronischeFahrhilfenimAufschwung. Komfortbetonte Tourentöffs sind genauso beliebt wie Retro-Motorräder, also Maschinen mit moderner Technik, aber klassischer Optik. Den meisten Motorradfahrern gemeinsam ist heute: Lärm ist «out». Und schiere Leistung auch nicht mehr alles: Scharfe Kontrolle- und Bussenpraxis halten Schnellfahrer zunehmend im Zaum, und das wirkt sich auf das Segment der Sportmotorräder aus.

Es «rollern» immer mehr

Roller, auch «Scooter» genannt, sind heute aus dem hektischen Stadt- und Agglomerationsverkehr nicht mehr wegzudenken. Die Zulassungszahlen haben sich auf einem hohen Niveau eingependelt. Im Vergleich zu 1990 hat sich der Rollerbestand heute um das 20-Fache erhöht. Damals wurden auf Schweizer Strassen rund 12000 Roller gezählt, heute beträgt der Bestand mehr als 260000 Fahrzeuge. Mit ihrem Wetterschutz, der unkomplizierten Technik und den verhältnismässig geringen Unterhaltskosten haben sich die Scooter vor allem als Alltagsfahrzeuge eta-bliert. Pro Jahr werden in der Schweiz rund 20000 neue Roller in den Verkehr gebracht. 2010 war der Markt im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig.

Kommen die Elektro-Roller?

Prozentual die grössten Zuwachsraten verzeichneten im letzten Jahr die Elektro-Roller, mit weniger als tausend Einheiten sind sie jedoch für den Gesamtmarkt noch eher unbedeutend. Anders als beim Elektro-Velo kann man deshalb noch nicht von einem Boom reden. Doch das könnte sich ändern, wenn der Preis für die Roller zu sinken beginnt. Gerade im Nahverkehrseinsatz könnte sich der Elektromotor durchsetzen. Das geringe Gewicht und vorwiegend kurze Fahrten heben beim Roller die noch grössten Handicaps beim Elek-tro-Auto auf. Entsprechend wird an der diesjährigen Swiss Moto wieder die Sonderschau mit den verschiedensten marktgängigen Elektro-Bikes geführt. Elektro- und Hybrid-Motorräder hingegen gibt es erst als Prototypen oder in marktmässig unbedeutenden Kleinstserien. Eine massentaugliche und auch für den Endverbraucher nutz- und bezahlbare Technik ist – im Unterschied zur Entwicklung im Rollersektor – noch nicht in Sicht.