Birmensdorf
Westumfahrung bringt Birmensdorf deutlich bessere Luft

Messungen der kantonalen Baudirektion zeigen eine markante Abnahme der Stickstoffdioxidbelastung.Der Birmensdorfer Gemeindepräsident Werner Steiner befürchtet aber, dass der Verkehr durch die Gemeinde wieder zunehmen könnte.

Bettina Hamilton-Irvine
Merken
Drucken
Teilen
Konnte von der Westumfahrung profitieren: Im verkehrsberuhigten Birmensdorfer Zentrum hat sich auch die Luft verbessert. MTS

Konnte von der Westumfahrung profitieren: Im verkehrsberuhigten Birmensdorfer Zentrum hat sich auch die Luft verbessert. MTS

Limmattaler Zeitung

Dank der Westumfahrung kann Birmensdorf aufatmen. Und dies nicht nur, weil der Durchgangsverkehr durch die Limmattaler Gemeinde seit der Eröffnung des neuen Autobahnstücks massiv abgenommen hat. Sondern auch, weil die Luft im Ortszentrum nun viel besser ist.

Noch keine grosse Euphorie

Messungen des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) zeigen, dass sich die Schadstoffbelastung vor allem im Gemeindezentrum von Birmensdorfer verringert hat. Wie die Baudirektion in der aktuellen Ausgabe ihres Magazins «Zürcher Umweltpraxis» schreibt, ist die Abnahme der Stickstoffdioxidbelastung im Birmensdorfer Ortszentrum «markant».

Dies jedoch nicht erst, seit am 4. Mai 2009 das Herzstück der Westumfahrung, die Umfahrung Zürichs via Üetlibergtunnel, in Betrieb genommen wurde, oder sogar erst mit der Eröffnung des letzten Abschnitts durch das Knonaueramt im November 2009. Die Verbesserung sei schon kurz nach der Eröffnung des Halbanschlusses an die Westumfahrung ab Juli 2006 zu beobachten gewesen, so das Fazit des Awel: Die Stickstoffdioxidbelastung sank damals deutlich unter den Jahresmittel-Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Für den Birmensdorfer Gemeindepräsident ist diese Mitteilung «nicht ganz neu», wie er sagt: Als ehemaliger Tiefbauvorstand war Werner Steiner vier Jahre lang in der Kommission, welche die Messungen begleitete, und wurde regelmässig vom Awel über die gesammelten Daten informiert. Dass die Schadstoffbelastung im Dorfzentrum gesunken ist, nimmt er erfreut zur Kenntnis, obwohl es ihn nicht erstaunt: «Der Verkehr hat sich für uns von täglich 33 000 auf 10 000 Fahrzeuge verringert. Es ist sicher positiv, dass sich dies nun auch auf die Luft auswirkt.»

Trotzdem will Steiner nicht allzu euphorisch werden, wie er sagt: «Die Westumfahrung ist für uns eine gute Sache. Aber wir haben vorher auch wirklich gelitten.» Auch mache er sich «keine Illusionen», dass die verbesserte Luftsituation längerfristig anhalte, sagt Steiner: Wenn es wieder öfter Stau durch den Gubrist gäbe, erwarte er auch wieder mehr Verkehr durch Birmensdorf. «Ausserdem», so der Gemeindepräsident, «hängen diese Messdaten von sehr vielen verschiedenen Faktoren ab.»

Auch weiterhin Messungen

Aus diesem Grund – um sicherzustellen, dass die beobachtete Entlastung tatsächlich von Dauer ist – werden die Messungen vorläufig auch noch weitergeführt, wie das Awel entschieden hat.

Dies gilt auch für weitere Messregionen, wie zum Beispiel den Ortszentren von Hedingen, Affoltern und Mettmenstetten. Dort konnte in den zwölf Monaten zwischen November 2009 und November 2010 eine Abnahme der Stickstoffdioxidbelastung um rund 5Mikrogramm pro Kubikmeter festgestellt werden. Im Knonaueramt hingegen hat sich die Schadstoffbelastung seit der Eröffnung der Westumfahrung nur unwesentlich verändert. Wie erwartet werden dafür bei der Messstelle Fildern nun leicht höhere Stickstoffdioxidwerte registriert.