Zürich
Wenn statt Rösti Hummer gefragt ist: Anspruchsvolles Wohnen im Alter hat seinen Preis

Anspruchsvoll zu wohnen und gepflegt zu werden, wünschen sich viele ältere Menschen. Das Ganze gibt es aber nicht umsonst.

Anina Gepp
Merken
Drucken
Teilen
Auch im Alter wollen Senioren schön wohnen - das kostet dementsprechend viel Geld. (Symbolbild)

Auch im Alter wollen Senioren schön wohnen - das kostet dementsprechend viel Geld. (Symbolbild)

Luxuswohnungen für ältere Menschen sind gefragter denn je. Innert drei Jahren hat die Tertianum AG, die in der ganzen Schweiz exklusive Residenzen für anspruchsvolle Senioren anbietet, ihren Betriebsertrag fast vervierfacht. 2016 liegt er bei 406 Millionen Franken im Jahr. Das Unternehmen gehört dem Immobilienriesen Swiss Prime Site.

Von einem Trend will Katja Hafner dennoch nicht sprechen. Man müsse sich diesen Luxus schliesslich erst leisten können, sagt die Medienverantwortliche von Tertianum. Dennoch sei die Nachfrage nach solchen Unterkünften immer da. Wichtig sei es, individuell auf jeden Bewohner einzugehen. «Die Menschen, die sich ein solches Angebot leisten können, erwarten dann auch den entsprechenden Standard», sagt Hafner.

Altern ohne Einbussen

Meistens seien die Bewohner der Luxusresidenzen Leute, die sich einen hohen Level gewohnt sind. «Sie waren ihr Leben lang angesehen, sowohl privat als auch beruflich. Vielfach hatten sie früher eine Führungsposition inne.» So würden diese Menschen beispielsweise auch gerne einmal Hummer essen, weil sie das so kennen. Es sei den Gästen wichtig, nicht an Lebensqualität einzubüssen.

«Die Menschen, die sich ein solches Angebot leisten können, erwarten auch den entsprechenden Standard.»

Katja Hafner, Medienverantwortliche der Tertianum AG

Obwohl Hafner die Wohnform, die in der Villa Sparrenberg angeboten wird, als besonders hochpreisig einschätzt, hätten alle Wohnformen dieser Art ihren Preis. Dass in Sparrenberg aber nur vier Personen untergebracht werden, sei aber auch klar die Ausnahme, so Hafner.
Dass das Angebot an Luxuswohnungen in Zukunft noch zunehmen wird, lassen die Ansprüche der Generation des Babyboom-Zeitalters vermuten.

«Sie kommen langsam in ein Alter, wo sie sich Gedanken machen um ihre Zukunft und die Wohnform nach der Pension», so Hafner. Es zeichne sich ab, dass diese Generation anspruchsvoller ist als jene zuvor. «Die Menschen, die jetzt ins höhere Alter kommen, sind es sich gewohnt, aussuchen zu können», sagt Hafner. Naturgemäss bleibe diese Art zu wohnen aufgrund des Preises aber gewiss auch in Zukunft ein Nischenangebot, so die Expertin.

Wer bei Tertianum eine Luxusunterkunft sucht, bekommt immer ein eigenes Apartment. Dieses kann nach Wunsch eingerichtet werden. Es gibt die Möglichkeit, sich in der Wohnung pflegen zu lassen. Verschlechtert sich der Zustand, darf der Bewohner in die hausinterne Pflegestation umziehen. Um das Angebot kennenzulernen kann auf Probe gewohnt werden. Senioren können testen, ob sie sich in der neuen Umgebung wohlfühlen. «Viele Gäste haben aber genaue Vorstellungen von der Residenz », so Hafner. Auch für ältere Menschen, die nach einem Spitalaufenthalt Pflege brauchen, biete sich das an.