Hotel Atlantis
Wenn kein Hotel, so Luxuswohnungen

Die Studenten, welche heute noch im ehemaligen Fünfsternehotel Atlantis am Fuss des Üetlibergs logieren, müssen bald wieder ausziehen, wenn sich die Pläne der Besitzer verwirklichen lassen.

Alfred Borter
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Limmattaler Zeitung

Diese wollen 69 exklusive Wohnungen einbauen – sofern sich die Idee, das Hotel wieder auferstehen zu lassen, tatsächlich nicht realisieren lässt.

Das Hotel Atlantis hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In den 1970er-Jahren erstellt, beherbergte es teils unter der Ägide von Arabella Sheraton zunächst vermögende Gäste aus aller Welt, die den Komfort eines Fünfsternehotels schätzten, dann wurde es zum Viersternehotel abgewertet, und 2005 kam das vorläufige Ende. Das Haus diente vorübergehend als Unterkunft für Asylbewerber, bevor es, nach einer kurzfristigen Besetzung, im Sinn einer Zwischennutzung für Studierende hergerichtet wurde.

69 Wohnungen für Eigentumswohnungen

Jetzt hat die Neue Hotel Atlantis AG ein Baugesuch eingereicht. Nach den Plänen des Zürcher Architekten Walter Wäschle ist vorgesehen, den Bau von allen späteren Anbauten zu befreien und 69 Eigentumswohnungen einzurichten. Insgesamt ist mit einer Investition von 40 Millionen Franken zu rechnen.

Pierre Buyssens, Verwaltungsrat der Rosebud Hôtels Holding, zu welcher die Neue Hotel Atlantis AG gehört, erläuterte, das «Atlantis» sei «ein einmaliges Gebäude an einer einmaligen Lage». Es habe Charakter. Dass man nicht schon früher versucht habe, ihm neues Leben einzuhauchen, begründete er damit, er sei mit seiner Gesellschaft mit so vielen anderen Projekten befasst gewesen, die alle höchste Aufmerksamkeit und einen grossen Arbeitseinsatz erforderten, dass man das «Atlantis» später habe drannehmen müssen.

Mehrere Hotels gerettet

Voller Begeisterung berichtete er über die Rettung der Hotels auf dem Bürgenstock, die jetzt von einer Gesellschaft aus Katar saniert und betrieben würden, vom «Schweizerhof» in Bern, von den «Drei Königen» in Basel, vom «Royal Savoy» in Lausanne, für die alle Investoren gefunden wurden. Auch in Brüssel und Brügge seien Projekte am Laufen. An sich wollte Buyssens auch dem «Atlantis» wieder zu neuen Ehren als Luxushotel verhelfen, doch zeigten sich mögliche Investoren zurückhaltend. Möglich, dass die Erfahrung mit dem nicht ausgelasteten «Dolder Grand» die Begeisterung etwas dämpfte.

So kam man auf die Idee, im «Atlantis» eine Altersresidenz einzurichten, doch dieser Plan zerschlug sich. Der Einbau von Wohnungen hingegen scheint realistisch. Architekt Wäschle zeigte sich überzeugt, dass die Baubewilligung kein Problem sein sollte. Erwartet wird sie auf Ende Mai 2011, der Baubeginn ist für März 2012 und die Fertigstellung auf Ende 2013 vorgesehen. Allerdings räumte er ein: «Es ist möglich, dass das Projekt zum Politikum wird.»

Die Studierenden, welche das Haus jetzt bevölkern, haben einen befristeten Vertrag; Werner Hofmann, der das Haus vorderhand an sie vermietet, ist offenbar am Evaluieren von Alternativen, damit sie nicht plötzlich auf der Strasse stehen.

Hotelpläne nicht ganz begraben

Wer nun aber glaubt, die Pläne für die Wiedereröffnung des «Atlantis» als Hotel seien damit begraben, der irrt. Buyssens gab auf eine entsprechende Frage zu verstehen, er sei mit Interessenten immer noch in Kontakt. Sie haben sich offenbar von der Idee nicht endgültig verabschiedet, aber es liegt auch keine Zusage vor.