Kanton Zürich
Wenn Eltern der Schule fernbleiben: Immer mehr Elternabende werden obligatorisch

Weil Eltern immer häufiger den Elternabenden fernbleiben, sehen sich die Schulen gezwungen, diese als obligatorisch zu erklären. Die Präsidentin des Schulleiter- und Schulleiterinnenverbands wünscht sich jedoch vielmehr eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrpersonen.

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Für das Wohl der Kinder ist auch die funktionierende Beziehung zwischen Eltern und Lehrperson wichtig. (Symbolbild)

Für das Wohl der Kinder ist auch die funktionierende Beziehung zwischen Eltern und Lehrperson wichtig. (Symbolbild)

Keystone

Besonders zum Schulstart nach den Sommerferien pflegen Schulen Elternabende abzuhalten. Die meisten beruhen auf freiwilliger Basis, immer häufiger werden sie aber für obligatorisch erklärt. So auch im Fall der Glattfelder Eltern, welche zu einer Busse von 200 Franken verdonnert wurden, weil sie wiederholt an obligatorischen Anlässen der Schule unentschuldigt ferngeblieben waren. Die Eltern wiesen die Busse jedoch zurück und legten Einsprache ein. Gestern hat das Bülacher Bezirksgericht den beiden recht gegeben.

Sarah Knüsel, Präsidentin des Schulleiter- und Schulleiterinnenverbands im Kanton Zürich, sieht dieses Urteil als problematisch an. "Wenn Schulen fernbleibende Eltern sanktionieren, dies jedoch keine Konsequenzen nach sich zieht, ist es schwierig, auf eine funktionierende Zusammenarbeit zu bestehen", sagt sie gegenüber dem "Regionaljournal Zürich Schaffhausen".

Immer mehr Eltern bleiben Veranstaltungen fern

Genau das sei jedoch enorm wichtig – vor allem für das Wohl der Kinder. Denn nicht nur eine funktionierende Beziehung zwischen Kindern und Lehrer, sondern auch zwischen Lehrperson und Eltern sei für den schulischen Erfolg der Sprösslinge essenziell. Wenn die Zusammenarbeit nicht funktioniert, sei es für das Kind schwieriger, seine schulischen Pflichten anzuerkennen und ihnen nachzukommen.

Weil die Tendenz der Eltern, welche von der Schule organisierte Veranstaltungen meiden, steigt, werden immer mehr Elternabende für obligatorisch erklärt. "Würden die Eltern erscheinen, gäbe es für die Schule kein Bedürfnis dazu", so Knüsel.

Dass die Glattfelder Eltern die Uneinigkeit bis vor Gericht zogen, überrascht Knüsel hingegen nicht. Diese Fälle häufen sich, so suchten sich Eltern bereits juristische Unterstützung, wenn Kinder Gymiprüfungen nicht bestanden oder schlechte Zeugnisnoten nach Hause brachten.